Nepal: Extrem-Bergsteiger Nobukazu Kuriki stirbt beim achten Anlauf am Mount Everest

Bergsteiger erklimmen den Mount Everest (Symbolbild)
© dpa, Tashi Sherpa, TS BA kde fgj wpl sab amu pil

21. Mai 2018 - 15:01 Uhr

Erst verlor er neun Fingerkuppen, dann sein Leben

Es ist einer der Momente, in denen klar wird, welche unglaublichen Strapazen Bergsteiger auf sich nehmen, um den Mount Everest zu besteigen. Denn der höchste Berg der Welt hat ein weiteres Opfer gefordert - den japanische Extrem-Bergsteiger Nobukazu Kuriki. Der 36-Jährige scheiterte beim achten Versuch, den Mount Everest zu besteigen. Man fand seine Leiche in einem Camp auf 7.400 Metern Höhe, wie ein Sprecher von Nepals Tourismusministerium mitteilte.

Es war bereits sein achter Versuch, den Gipfel zu erklimmen

ARCHIV - Der japanische Bergsteiger Nobukazu Kuriki, aufgenommen am 20.08.2010 am Basis Camp am Mount Everest in Nepal. Foto: EPA/NARENDRA SHRESTHA/dpa (zu dpa "Japaner bricht Besteigungsversuch des Everest ab") +++(c) dpa - Bildfunk+++
Nobukazu Kuriki hatte schon sieben Mal vergeblich versucht, den Mount Everest zu bezwingen.
© dpa, Narendra Shrestha

Das Camp wird von Kletterern beim Aufstieg genutzt. Es liegt auf der nepalesischen Seite des Berges, der genau an der Grenze zwischen China im Nordosten und Nepal im Südwesten liegt. Ab einer Höhe von 7.000 Metern beginnt hier die sogenannte Todeszone. In dieser Zone können Menschen sich nicht weiter regenerieren. Die Sauerstoffsättigung im Blut sinkt. Selbst für erfahrene Bergsteiger wird hier jeder Schritt zu einer Qual und Atmen zu einem Kraftakt.

Der Japaner hatte bereits sieben Mal zuvor vergeblich versucht, den mit 8.848 Metern höchsten Berg der Welt allein und ohne künstlichen Sauerstoff zu besteigen. 2015 war er als erster Bergsteiger nach dem schweren Himalaya-Erdbeben zum Gipfel aufgebrochen - vergeblich. Bei einem weiteren Aufstiegsversuch musste Kuriki zwei Tage in einem Schneeloch auf über 8.000 Metern Höhe ausharren. Dabei erlitt er so starke Erfrierungen, dass er neun Fingerkuppen verlor.

Kuriki klagte immer wieder über seinen Husten

Auf der Facebook-Seite von Kuriki wurde sein Tod bestätigt. Aus Postings, die der Japaner in den letzten zwei Wochen mit seinen Fans teilte, geht hervor, dass ihm immer wieder Husten auf dem Weg zum Gipfel zu schaffen machte - er sogar zwischenzeitlich ins Krankenhaus ging.

Es war bereits der dritte Todesfall in der diesjährigen Klettersaison. Jedes Jahr versuchen Hunderte Bergsteiger von März bis Mai, den Gipfel des Mount Everest zu bezwingen. Bislang schafften es mehr als 5.000 Menschen, Hunderte kamen jedoch bei dem Versuch ums Leben.