In Essen geht das per Mausklick

Nachbarn bei Corona-Verstößen verpetzen

14. Oktober 2020 - 13:32 Uhr

Im Video: Zwei neue Ideen für Corona-Kontrollen

Jeder kann – wenn er will – Nachbarn wegen Corona-Verstößen melden. Das geht ganz bequem online und anonym. In Essen ist das schon möglich. Doch dafür gibt es bereits viel Kritik. Bundesweit sollen außerdem private Sicherheitsdienste bei Corona-Kontrollen eingesetzt werden. Mehr dazu im Video.

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Ordnungsamt und Polizei überfordert

Es sind zwei neue Ideen, um das Ordnungsamt und die Polizei zu unterstützen. Denn beide sind derzeit total überfordert. Aber ist es wirklich korrekt, den Nachbarn zu verpetzen? Und vor allem: Ist das der richtige Weg?

Das Angebot werde zumindest schon gut genutzt. "Die Stadt Essen hat in keinster Form vor, das Denunziantentum zu fördern. Wir haben das Formular auch nie aktiv beworben. Aber wenn der Bürger das Bedürfnis hat, ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren bei der Stadt Essen anzuzeigen, dann soll er dies strukturiert und rechtssicher tun", so Christian Kromberg, der Ordnungsdezernent in Essen.

Private Sicherheitsfirmen sollen unterstützen

Die Hamburger Polizei hat allein am Wochenende 830 Betriebe kontrolliert und dabei mehr als 200 Verstöße gegen Corona-Maßnahmen festgestellt. Bald sollen private Sicherheitsfirmen die Ordnungsämter unterstützen. Maskenpflicht, Hygieneauflagen und Reisebeschränkungen würden dann also durch halbstaatliche Corona-Kontrolleure überprüft.

Für flächendeckende Corona-Kontrollen bundesweit sollen knapp eine Milliarde Euro extra nötig sein. Die Not der Städte und Gemeinden ist sehr groß.