Bauernopfer im Doping-Skandal?

Nach Whistleblower-Entlastung: Sachenbacher-Stehle will einfach nur ihre Ruhe

Jahresrückblick - Evi Sachenbacher-Stehle
© dpa, Kay Nietfeld

30. Juli 2020 - 10:26 Uhr

Whistleblower entlastet Sachenbacher-Stehle

Die Karriere von Ex-Biathletin Evi Sachenbacher Stehle endete mit einer unschönen und nervenaufreibenden Geschichte: Wegen eines positiven Dopingbefunds bei Olympischen Spielen in Sotschi wurde sie gesperrt. Seit wenigen Tagen erscheint aber alles in einem völlig neuen Licht. Denn: Ein russischer Whistleblower entlastet die heute 39-Jährige, die mit dem Thema aber abgeschlossen hat, wie sie jetzt verraten hat.

"Eine richtig beschissene Zeit"

Die damalige Aufregung hat tiefe Spuren bei der zweimaligen Olympiasiegerin hinterlassen. "Ich weiß nicht, ob ich das Ganze nochmals aufwärmen wollte. Das hat mich so viel Kraft gekostet das Ganze, das war eine richtig beschissene Zeit. Ich bin froh, dass ich das für mich abschließen konnte", sagte die 39-Jährige der Deutschen Presse-Agentur über ihre Sperre nach Olympia 2014. Zudem wisse sie auch nicht, ob sie überhaupt rechtliche Schritte einleiten könnte.

Nur ein Bauernopfer?

Laut Auszügen aus dem Buch des Whistleblowers Grigori Rodschenkow ("The Rodschenkow Affairs"), das an diesem Donnerstag erscheint, seien Sachenbacher-Stehle die russischen Betrügereien bei den Olympischen Winterspielen 2014 zum Verhängnis geworden. "Erstes Opfer war die deutsche Athletin Evi Sachenbacher-Stehle", schreibt Rodschenkow. Sie hatte nach einem Rennen eine geringe Menge Methylhexanamin im Urin, ihr Fall sei ein Grenzfall gewesen.

Aber um die Funktionsfähigkeit seines russischen Labors, in dem laut McLaren-Report positive russische Dopingproben vertuscht wurden, zu beweisen, habe Rodschenkow den Fall gemeldet.

RTL.de/dpa