Polizei Neustrelitz rudert zurück

Nach Warnung: Tödliche Giftschlange entpuppt sich als harmloses Spielzeug

Schlange
Foto der Schlange, das auf dem Parkplatz in Neustrelitz aufgenommen wurde

Vor wenigen Stunden hieß es: Giftschlangen-Alarm im Norden Deutschlands! In Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) suchte die Polizei nach einer Brillenschlange. Die Schlange, angeblich eine Kobra, war von einem Mann an einem Parkplatz entdeckt worden. Er hielt das Tier für tot, doch ein Schlangenexperte erklärte der Polizei: Vermutlich habe sich das Tier nur in einer Schockstarre befunden, es könnte lebend und brandgefährlich sein. Die Polizei suchte sofort und warnte die Bevölkerung.

Jetzt aber geben die Ermittler Entwarnung!

Experte schätzte ein: Das ist eine Kobra in Schockstarre

Am Donnerstagabend (11.08.2022) meldete sich ein Neustrelitzer beim Polizeihauptrevier. An einem Behindertenparkplatz an der Strelitzer Straße Nummer 2 habe er eine tote Schlange gesehen, behauptete er. Weil er bereits vermutete, dass es sich nicht um ein harmloses Tier, sondern um ein giftiges Exemplar handelte, machte er ein Foto und schickte dieses der Polizei per E-Mail zu.

Ein Experte für Schlangen wurde gebeten, sich das Bild anzusehen. Seine Einschätzung sorgte bei den Polizisten sicherlich nicht für Entspannung: Es handele sich vermutlich um eine Brillenschlange oder Kobra, so der Experte. Und noch schlimmer vermutete er, dass das Tier nicht wie gedacht tot sei, sondern sich nur in einer Art Schockstarre befunden habe.

Polizisten eilten zum Fundort, doch das mutmaßliche Tier war nicht mehr dort. Dass aber keine Schlange weggekrochen war, stellten die Ermittler erst später fest.

Kobrabiss kann für Menschen gefährlich sein

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Die Brillenschlange oder Kobra kann bis zu 1,70 Meter lang werden
picture alliance / blickwinkel/M, M. Woike

Die Kobra oder Brillenschlange lebt natürlicherweise in Asien, nicht in Europa. Sie ist eine 1,20 bis 1,70 Meter lange Giftnatter und sowohl tagsüber als auch in der Nacht aktiv.

Ein Biss dieser Schlangenart ist für den Menschen enorm gefährlich, denn das Gift wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem und führt schließlich zu Atemlähmung oder Herzstillstand. Nur 20 Milligramm des Gifts reichen aus, um einen Menschen zu töten. Allein bei einem einzigen Gift injiziert die Kobra schon bis zu 200 Milligramm.

Polizei Neustrelitz wird in der Nähe des Parkplatzes fündig

Die Polizei suchte akribisch nach der gefährlichen Kobra in Neustrelitz, um zu verhindern, dass zufällig jemand von dem giftigen Reptil gebissen werden könnte.

Am Freitagmorgen fanden die Beamte schließlich das vermeintlich gefährliche Kriechtier. Aber, das Reptil war nicht echt, sondern nur ein Spielzeug.

Ob es sich um einen schlechten Scherz handle oder die Gummischlange verloren ging, sei noch unklar, so die Polizei. In einer Mitteilung heißt es: Der Eigentümer oder die Eigentümerin könne sich im Polizeihauptrevier Neustrelitz melden. (cba/lha/mca)