Dieser Fall zeigt, warum es so gefährlich ist

Frau hat nach Unfall keine Stirn mehr: Füße runter vom Armaturenbrett!

Zwei Jahre war der Stirnknochen nicht vorhanden. Nun trägt Gráinne eine Prothese aus Keramik unter der Haut.
© Gráinne Kealy

17. September 2020 - 10:33 Uhr

Darum sollten Beifahrer die Füße nie aufs Armaturenbrett legen

Gerade bei langen Autofahrten kann die unbewegliche Sitzposition als Beifahrer unbequem werden. Viele legen dann die Füße auf das Armaturenbrett. Was vielleicht im ersten Moment wie eine gute Idee erscheint, kann im schlimmsten Fall ganz schön gefährlich werden. Denn bei einem Unfall ist der Beifahrer nicht mehr durch den Airbag geschützt, sondern trägt sogar noch heftigere Verletzungen davon. So auch Gráinne Kealy aus Laois, Irland. Mit 22 erlitt sie einen so schlimmen Autounfall, dass sie zwei Jahre lang keine Stirn mehr hatte.

Auch dieses schockierende Röntgenbild zeigt klipp und klar, warum wir die Füße niemals aufs Armaturenbrett legen sollten!

Ein kleiner Fehler mit weitreichenden Konsequenzen

Gráinne, die heute 36 Jahre alt ist und dank plastischer Chirurgie wieder normale Gesichtszüge hat, will andere Menschen mit ihren Erlebnissen warnen. Dafür wurde sie nun mit einem Preis der irischen Behörde für Verkehrssicherheit ausgezeichnet.

"Ich hatte auf dem Weg entschieden, dass es bequemer wäre, wenn ich meine Füße aufs Armaturenbrett lege", erinnert sich Gráinne gegenüber "The Sun" an den Unfall vor 14 Jahren zurück. "Es war etwas, das ich nicht häufig machte, aber an diesem Morgen hatte ich nagelneue Ugg Boots an und wusste, dass ich das Armaturenbrett nicht schmutzig mache." Ein kleiner Fehler, der weitreichende Konsequenzen hatte. Als der Jeep ihres damaligen Freundes mit einer Geschwindigkeit von rund 190 km/h gegen eine Wand krachte, drückte der Airbag ihre Beine mit den Knien voran so fest gegen ihren Kopf, dass mehrere Knochen in ihrem Gesicht brachen. Außerdem trat Hirn-Rückenmarksflüssigkeit aus. Nur mit Glück kam Gráinne mit dem Leben davon.

Gráinne  Kealy nach ihrem Unfall
Ein kleiner Fehler mit weitreichenden Konsequenzen!
© Gráinne Kealy

Gráinne will über die Gefahr aufklären

"Sie [die Ärzte] sagten mir, ich hatte mein Gesicht nach innen und nach oben eingedrückt und dass sie es buchstäblich wieder herausziehen und neu zusammensetzen mussten", erinnert sie sich.

Doch auch wenn die Operation erfolgreich war – die nächsten zwei Jahre lief Gráinne ohne Stirn herum. "Ich hatte nichts an der Stelle meiner Stirn. Mein Kopf sank ein und sah sehr komisch aus." 2009 wurde ihr dann eine spezialangefertigte künstliche Stirn aus Keramic eingesetzt. Doch bis heute mag Gráinne ihr Gesicht nicht, wenn sie in den Spiegel guckt und hat auch mit anderen Folgeschäden zu kämpfen – wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Konzentrations- und Wortfindungsschwierigkeiten.

Deshalb ist ihr auch das Anliegen so wichtig, andere Menschen vor den Gefahren zu warnen, wenn man seine Füße auf das Armaturenbrett legt. "Ich würde es hassen, wenn andere Familien diesen schrecklichen Anruf bekommen, wie das bei meiner war."

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