Basketball-Legende und seine Tochter starben bei Helikopter-Absturz

Nach Tod von Kobe Bryant: Wie können Hinterbliebene die Trauer bewältigen?

FILE PHOTO: WNBA: All Star Game
© USA TODAY Sports, USA TODAY USPW, /FW1F/Andrew Heavens

27. Januar 2020 - 19:08 Uhr

Wie kann Kobe Bryants Familie diese Trauer bewältigen?

Basketball-Legende Kobe Bryant ist bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Bryant soll mit seiner Tochter und weiteren Passagieren auf dem Weg zu einem Basketball-Turnier in dem Ort Calabasas, in der Nähe von Los Angeles, gewesen sein. Insgesamt neun Menschen waren laut Polizeiangaben an Bord - alle starben bei dem Unglück. Große Trauer weltweit um Familie Bryant, gleich zwei Angehörige sind verstorben - ein schrecklicher Tag für die Hinterbliebenen. Doch wie können Kobe Bryants Witwe Vanessa und die anderen drei Töchter diese Trauer bewältigen?

Kobe Bryants jüngste Tochter ist erst sieben Monate alt

Kobe Bryant war vierfacher Familienvater. Seine zweitälteste Tochter Gianna Maria-Onore ist mit ihm bei dem Helikopter-Absturz gestorben. Der NBA-Star hinterlässt drei weitere Töchter: die 17-Jährige Natalie Diamante, die dreijährige Bianka Bella und die erst sieben Monate alte Capri Kobe. Mit der 37-jährigen Witwe Vanessa war Kobe 19 Jahre lang verheiratet.

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Der plötzliche Tod des Basketballspielers und seiner Tochter ist für den Rest der Familie ein Schock. "Fassungslosigkeit und Ungläubigkeit sind meist die ersten Reaktionen. Nicht selten folgt darauf eine Art Schockstarre, aber auch Wut, tiefste Verzweiflung oder auch komplettes Leugnen", so die systemische Familienberaterin Ruth Marquardt. Besonders schwer zu verarbeiten sei der Tod eines eigenen Kindes.

Zusammenhalt in der Familie ist am wichtigsten

Häufig verbieten sich Erwachsene die Trauer vor ihren Kindern, weil sie stark sein wollen. Heilsam hingegen sei es, wenn die Familie eine gemeinsame Erlaubnis zu trauern finden kann: "Indem die Mutter sich erlaubt, zu trauern, gibt sie indirekt auch den Kindern diese Erlaubnis." Und genau das sei wichtig, um den Tod des Vaters und der Schwester überstehen zu können.

"Wenn gleich zwei Menschen so plötzlich aus dem Leben gerissen werden, ist dies zunächst kaum zu begreifen. Es braucht eine gewisse Zeit, um zu verarbeiten, was geschehen ist." Der Zusammenhalt innerhalb der Familie sei sehr wichtig, erklärt Ruth Marquardt: "Wichtig ist, mit seinen Gefühlen in Kontakt zu kommen, wann auch immer das möglich ist. Anzunehmen, was ist. Sich schwach fühlen zu dürfen, aber auch sich nicht damit auseinander setzten zu wollen."

Promis gehen mit der Trauer unterschiedlich um

Egal, wo die Angehörigen hinschauen oder hinhören, der Name "Kobe Bryant" taucht auf. Prominente Hinterbliebene gehen sehr unterschiedlich mit dem plötzlichen Tod in der eigenen Familie um. Für die einen stellt die Berichterstattung eine große Belastung dar und sie wollen sich komplett zurückziehen: "Die ständige Konfrontation kann in diesem Fall durchaus zusätzlich traumatisieren." In solchen Zeiten soll es hilfreich sein, sich aus den Medien zu verabschieden und soziale Netzwerke zunächst zu meiden.

Möglich sei es aber auch, dass gerade durch die sozialen Medien die Art der Trauer verändert wird: "Dass über soziale Seiten gemeinsam mit den Fans getrauert werden kann - das kann als tröstlich empfunden werden.", so Marquardt weiter. So gibt die weltweite Trauergemeinde den Hinterbliebenen das Gefühl: Ihr seid nicht allein.

Freunde sollten Hilfe anbieten, sich aber nicht aufdrängen

Enge Familienangehörige, Vertraute und gute Freunde sollten für die Hinterbliebenen da sein: "In ihrer stillen Präsenz und aufrichtigen Unterstützung können sie Halt geben und ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln", sagt Marquardt. Wichtig sei es, dass Freunde ihre Hilfe zwar anbieten, aber sich nicht aufdrängen: "Die Trauernden werden signalisieren oder auch klar sagen, was sie wollen und was sie gerade nicht brauchen."

Manchmal könnten enge Freunde sich unsicher fühlen und sich zurückziehen: "Hier wäre es nach einer Phase des Wartens hilfreich, zu fragen, was die Familie sich an Unterstützung wünscht." Gute gemeinte Ratschläge wie "Das Leben geht weiter" oder "ihr schafft das schon" sollten vermieden werden.

Seine Familie war alles für Kobe Bryant

Trotz all dem Rummel in der Glitzerwelt galt Kobe Bryant als großer Familienmensch. In seinem Basketball-Ruhestand kümmerte er sich um seine vier Töchter. Kobe Bryant hatte im April 2016 seine Karriere nach 20 Jahren in der NBA beendet. "Ich bin so aufgeregt zu sehen, was Gott für uns als Familie bereithält, jetzt, da ein Kapitel zu Ende geht und neue eröffnet werden", sagte "Black Mamba" zu seinem Karriere-Aus. Nach der Tragödie ist diese Aussage zu einer rührenden Botschaft geworden. Denn viel Zeit mit seiner Familie blieb ihm nicht mehr. Bisher hat sich kein Angehöriger zu seinem Tod geäußert. 

Der Basketball-Star wurde mit fünf Meistertiteln zu einem der erfolgreichsten Spieler in der NBA-Geschichte und verstarb mit 41 Jahren am 26. Januar 2020.