Umfrage nach der US-Wahl

Mehrheit der Wähler ist für ein Niederlage-Eingeständnis von Trump

Donald Trump hat die US-Wahlen verloren. Die Mehrheit der Wähler fordert jetzt ein Niederlage-Eingeständnis vom Ex-Präsidenten.
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19. November 2020 - 11:21 Uhr

Soll Donald Trump zu seiner Wahlniederlage stehen?

Joe Biden hat die US-Wahl gewonnen. Laut einer aktuellen Umfrage ist eine Mehrheit der Wähler der Ansicht, dass Donald Trump das nun anerkennen sollte. Doch es gibt auch Befragte, die den Kurs des US-Präsidenten mitgehen.

Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle bei stern.de.

Auf Trumps Seite: 12 Prozent der Befragten sind gegen ein Eingeständnis

Eine Mehrheit der Wählerinnen und Wähler in den USA ist dafür, dass US-Präsident Donald Trump den Sieg seines demokratischen Kontrahenten Joe Biden zwei Wochen nach der Wahl anerkennt. In einer aktuellen Umfrage des Polit-Magazins "Politico" in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Morning Consult äußerten insgesamt 78 Prozent der Befragten in der repräsentativen Umfrage unter registrierten Wählern die Ansicht, dass Trump seine Niederlage eingestehen sollte.

Allerdings: Obwohl Biden US-weit 51 Prozent der Stimmen erhalten hat, sprachen sich in der Umfrage nur 46 Prozent vorbehaltlos dafür aus, dass Trump seine Niederlage eingestehen sollte. Weitere 32 Prozent schränkten ein, der Noch-Präsident solle aufgeben, wenn er "nicht in der Lage ist, seine Behauptungen über weit verbreiteten Betrug zu stützen". Derzeit versucht Trump mit zahlreichen Klagen gegen das Wahlergebnis vorzugehen. Bisher konnten seine Anwälte jedoch keine Belege für einen Wahlbetrug beibringen. Zwölf Prozent der Befragten waren dennoch der Ansicht, Trump sollte nichts einräumen – "egal was".

Viertel der GOP-Wähler folgt Donald Trump vorbehaltlos

Blickt man auf die Zahlen in den beiden politischen Lagern zeigt sich die große Spaltung in der US-Gesellschaft. Während 72 Prozent der Demokraten – wenig überraschend – für Trumps sofortige Ausgabe sind, sind nur 16 Prozent der Wähler der republikanischen Partei dieser Ansicht. Knapp die Hälfte der Republikaner sagten, Trump sollte Bidens Sieg nur anerkennen, wenn er keine Beweise für Wahlbetrug vorlegen könne – was bisher der Fall ist. Immerhin ein Viertel der GOP-Wähler (Grand Old Party, wie die Republikaner auch genannt werden) sind allerdings der Ansicht, Trump sollte auf keinen Fall eine Niederlage einräumen.

Nach jetzigem Stand hat Joe Biden die Präsidentschaftswahl gewonnen. Er errang 306 Stimmen im Wahlleutegremium, das den Präsidenten wählt. Mit 270 Stimmen erringt ein Bewerber die Mehrheit. Derzeit laufen einige Nachzählungen (vor allem im hauchdünn entschiedenen Georgia) oder Klagen der Anwälte Trumps gegen das Wahlergebnis (beispielsweise im Bundesstaat Nevada). Bisher wurden lediglich kleinere Unregelmäßigkeiten festgestellt und ausgeräumt, was das Gesamtergebnis aber nicht entscheidend verändern kann. Beweise für eine "gestohlene Wahl", von der Donald Trump seit der Wahlnacht spricht, wurden bisher ebenfalls nicht bekannt.

Für die Umfrage wurden zwischen dem 13. und 16. November 2020 insgesamt 1994 registrierte Wähler und Wählerinnen befragt. Die Ergebnisse weisen eine Fehlerquote von zwei Prozent auf. (Die vollständige Studie in englischer Sprache findet sich hier.)