Lebensader im Mutterleib

Versorgungssystem Nabelschnur – Perfektion in Vollendung

Alles, was von der Nabelschnur übrig bleibt, ist der Bauchnabel. Dabei ist das ausgeklügelte Versorgungssystem im Mutterleib die wichtigste Nahrungsquelle für das Baby.
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28. Juli 2020 - 15:44 Uhr

Die Nabelschnur: Wichtigste Versorgungsquelle im Mutterbauch

Die Nabelschnur verbindet das Baby im Mutterleib mit der Plazenta, die es mit Nährstoffen und Sauerstoff aus dem Stoffwechsel der Mutter versorgt. Die Nabelschnur besteht aus einer einzigartigen, Gel-ähnlichen Substanz, der Whartonschen Sulze, die das Innere vor Druck und einem Abknicken schützt. Nach der Entbindung erfolgt die Abnabelung: Das heißt, die Nabelschnur wird durchtrennt, der Säugling ist nun außerhalb des Mutterleibs lebensfähig. RTL.de erklärt, wie das Versorgungssystem Nabelschnur funktioniert, informiert über das Abnabeln nach der Geburt und die Pflege der Nabelschnur des Babys.

Meisterwerk Nabelschnur: Viel mehr als nur Versorger

In der Nabelschnur befinden sich drei ineinander verschlungene Blutgefäße. Feine Verästelungen der Nabelschnurarterien münden am einen Ende in die Plazenta und am anderen Ende in den Bauch des Babys, direkt zu Herz und Leber.

Der fantastische Verbindungsstrang zwischen Baby und Mutter transportiert nicht nur Nährstoffe und frischen Sauerstoff zum Fötus. Er entsorgt ebenso Stoffwechselabbauprodukte des Babys, die über die Plazenta und den Blutkreislauf der Mutter ausgeschieden werden. Die Nabelschnur dient übrigens als erstes Spielzeug des Babys, an dem es Greif- und Tastversuche unternimmt.

Durchtrennung der Nabelschnur

Nachdem die Nabelschnur Baby und Mutter neun Monate lang als Lebensader diente, wird sie nach der Entbindung durchtrennt. In der Regel geschieht dies, sobald das Baby gesäubert und das Funktionieren der Atmung sichergestellt ist. Möchte die Mutter das Neugeborene sofort ganz nah bei sich haben, kann die Abnabelung auch später erfolgen. Fließt nach der Geburt weiterhin Blut durch die Nabelschnur zum Baby, spricht man vom Auspulsen oder Auspulsieren der Nabelschnur. Einem gesunden Baby tut das extra Blut gut, denn die Blutmenge des Neugeborenen ist gering. 

Schnelle Nabelschnurtrennung

Obwohl in der Regel keine Eile geboten ist, gibt es auch hier Ausnahmen. Eine schnelle Abnabelung sollte jedoch geschehen, wenn:

  • die Nabelschnur um den Hals des Babys liegt.
  • eine Blutgruppenunverträglichkeit vorliegt und die Mutter Antikörper gegen das Baby entwickelt.
  • durch andere gesundheitliche Probleme von Mutter und Kind ein schnelles ärztliches Eingreifen notwendig wird.

Atmet das Neugeborene selbstständig, erschlafft die Nabelschnur. Zwischen zwei gesetzten Klemmen wird diese nun durchtrennt. Dieser Vorgang bereitet weder Mutter noch Kind Schmerzen, da die Nabelschnur keine Nerven besitzt.

Pflege der Nabelschnur

Nach der Entbindung wird der Nabelschnurrest mittels eines Fadens oder einer Klemme abgebunden, um ein Nachbluten zu verhindern. Innerhalb der nächsten zehn Lebenstage trocknet dieser aus und fällt schließlich ab. Da es sich bis zu diesem Zeitpunkt um eine offene Wunde handelt, bedarf es einer besonderen Obacht und Pflege des Nabelstummels. Ist der Nabelbereich geschwollen, vorgewölbt oder gerötet, sondert er ein eitriges Sekret ab oder riecht unangenehm, bekommt das Baby Fieber oder wirkt apathisch, so ist eine ärztliche Abklärung dringend notwendig.

Tipps zur Nabelpflege

Um Infektionen zu verhindern, ist eine Pflege des Nabels dringend notwendig. Dazu sollten Sie folgende Dinge beachten:

  • Nabel des Babys trocken und sauber halten.
  • Vor der Nabelpflege gründlich die Hände waschen.
  • Zur Reinigung ein Wattestäbchen oder ein steriles Läppchen mit einer Kochsalzlösung tränken und den Nabel vorsichtig abtupfen.
  • Den Nabel eventuell mittels einer Nabelbinde oder eine Kompresse verbinden, aber nicht luftdicht verschließen. Den Windelrand umklappen.
  • Der Nabel sollte nicht mit Urin oder Kot des Babys in Berührung kommen.
  • Um Infektionen vorzubeugen, das Baby erst baden, wenn der Nabel abgefallen ist.