Schock in China

Nabelschnur wickelte sich sechsmal um Babyhals: Wie gefährlich ist das?

In China ist ein Baby mit sechsfach um den Hals gewickelter Nabelschnur zur Welt gekommen.
© Real Press / Yichang Central Hos

07. August 2020 - 14:53 Uhr

Panik bei vielen Eltern wurde in China wahr

Für viele werdende Eltern ist es eine der größten Sorgen: Die Nabelschnur wickelt sich um den Hals des ungeborenen Babys und bringt dieses ernsthaft in Gefahr. In der chinesischen Stadt Yichang in der Provinz Hubei ist nun ein Kind zur Welt gekommen, bei dem die Nabelschnur ganze sechsmal um den Hals des Babys gewickelt war. Dem Neugeborenen geht es gut, doch stellt sich die Frage: Wie gefährlich kann eine sogenannte Nabelschnurumschlingung für ein Kind sein?

Wie kommt es zu einer Nabelschnurumschlingung?

Auch wenn eine Nabelschnur, die sich sechsmal um den Hals eines Babys wickelt, wie im aktuellen Fall aus China, eine Seltenheit ist – eine Nabelschnurumschlingung passiert deutlich häufiger, als man denkt. Bei 20-30 Prozent der Kinder wickelt sich die Nabelschnur im Mutterleib um ein Körperteil. Das muss auch nicht immer der Hals sein. Die Nabelschnur kann sich ebenso um Bauch, Arme oder Beine legen.

Zu einer Nabelschnurumschlingung kommt es durch die Bewegung des Kindes im Mutterleib. Besonders bei sehr aktiven Kindern kann sich die Nabelschnur so bei Drehungen um den Körper wickeln. Ist die Nabelschnur sehr lang und befindet sich sehr viel Fruchtwasser (Polyhydramnion) in der Gebärmutter, wird die Nabelschnurumschlingung begünstigt, weil das Kind mehr Bewegungsfreiheit hat. Verhindern kann man eine Umschlingung nicht.

Wie gefährlich ist eine Nabelschnurumschlingung?

Die Vorstellung, dass sich die Nabelschnur um Arme, Beine oder gar den Hals eines kleinen Babys wickelt, klingt erstmal erschreckend. Die gute Nachricht ist: Das Wort Nabelschnurumschlingung klingt bedrohlich, ist aber nicht automatisch ein Grund zur Besorgnis.

Während einer Schwangerschaft bewegt sich das Baby und damit auch die Nabelschnur. Diese kann sich dadurch immer wieder neu platzieren. Das ist normalerweise nicht weiter gefährlich, solange die Nabelschnur lang genug ist und nicht unter Spannung steht. Wickelt sie sich zu eng um ein Körperteil des Kindes oder wird selbst abgedrückt, können Sauerstoffversorgung und Durchblutung eingeschränkt sein, Zellen wie zum Beispiel im Gehirn können wegen Unterversorgung absterben, auch Spätfolgen sind möglich. Im schlimmsten Fall kann es zum Tod des Kindes kommen.

Während der Geburt sollten darum bei einer Nabelschnurumschlingung Herz und Kreislauf des Babys überwacht werden. Auch ein Kaiserschnitt ist möglich, um Kind und Mutter nicht zu gefährden.

Wofür ist die Nabelschnur gut?

Was in Verbindung mit einer Umschlingung gefährlich klingt, ist ein wirkliches Wunder der Natur. Denn: Die Nabelschnur ist die wichtigste Versorgungsquelle für das ungeborene Baby im Mutterleib. Sie verbindet den Fötus mit der Plazenta, die es mit Nährstoffen und Sauerstoff aus dem Stoffwechsel der Mutter versorgt. Was genau die Nabelschnur alles kann, wie sie aufgebaut ist und wie man den Nabel des Babys nach der Geburt am besten pflegt, lesen Sie hier.