Das sagt eine Familienberaterin zu dieser Methode

Mutter will mit ihren Teenie-Söhnen Pornos gucken - zur Aufklärung

Diese Mutter möchte gemeinsam mit ihren Teenager-Söhnen Pornos gucken, um ihnen Sex näherzubringen.
Diese Mutter möchte gemeinsam mit ihren Teenager-Söhnen Pornos gucken, um ihnen Sex näherzubringen.
© Instagram/yunishara36

30. Juni 2021 - 22:05 Uhr

Sex verstehen durch Pornos?

Wie geht moderne Sexual-Aufklärung? Das mit den Blümchen und den Bienen hat sich spätestens mit dem Internetzeitalter wohl endgültig erledigt. Denn heutzutage kommen Kinder schon sehr früh mit pornografischen Inhalten in Berührung - und wissen, naja zumindest mehr oder weniger, wo der Hase lang läuft. In Indonesien will Pop-Star Yuni Shara aus der Not eine Tugend machen. Sie sagt: Ich werde mit meinen Söhnen Pornos schauen - um sie aufzuklären. Kann das gut gehen? Wir haben mit Familienberaterin Ruth Marquardt darüber gesprochen.

Sie will eine "coole" Mutter sein

In den sozialen Medien Indonesiens ist der Teufel los! Der Grund: Wahyu Setyaning Budi, auch bekannt als Yuni Shara, wird dort massiv kritisiert, nachdem sie erzählt hat, dass sie mit ihren Teenager-Söhnen Cavin Obrient Salomo Siahaan und Cello Obient Siahaan Pornos scheun will - um sie über Sex aufzuklären. Die Sängerin sagte, sie wolle nicht altmodisch sein und ihre Söhne ermutigen möchte, aufgeschlossener zu sein. "Also, ich denke, es ist besser, wenn ich sie frage: 'Was haltet ihr davon, gemeinsam Pornos zu schauen, ist das cool?'", verriet sie kürzlich in einem Interview mit der YouTuberin Venna Melinda, "und sie werden sagen: 'Boah, Mama, sei nicht so'."

LESE-TIPP: US-Bundesstaat Utah will Porno-Filter in Smartphones und Tablets

Die jüngere Schwester der Sängerin, Kris Dayanti, lobte diese Idee. Sie besteht darauf, dass es wichtig sei, dass die Kinder eine angemessene sexuelle Erziehung bekämen. "Meine Kinder sind auch sehr aufgeschlossen", so Shara weiter. "Heutzutage ist es für unsere Kinder unmöglich, keine Pornos zu sehen, egal ob es sich um 'Anime' oder andere Arten handelt, die heutzutage verfügbar sind."

LESE-TIPP: Mehr Lust auf Pornos durch Corona

IM VIDEO: Wann ist der richtigen Zeitpunkt für die Aufklärung?

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Mit Mutti Pornos gucken als Aufklärung - kann das funktionieren?

Für die meisten Jugendlichen dürfte es eine megapeinliche Vorstellung sein: Die eigene Mutter lädt dazu sein, mit ihr zusammen Pornos zu schauen – um sich damit aufklären zu lassen. Selbst wenn dahinter der sicher nicht verkehrte Gedanke steckt, den Jugendlichen den Unterschied zwischen Fiktion und Realität aufzuzeigen.

Die systemische Familienberaterin Ruth Marquardt hat dazu eine klare Meinung: "Pornos sind keine adäquate Methode, Jugendlichen Sex näherzubringen, ich würde es definitiv nicht so machen und so auch nicht empfehlen", erzählt sie uns. Pornos seien vor allem eine Möglichkeit, mit dem Thema Sex Geld zu verdienen. "Hier geht es nicht darum, wirklich über Sexualität, Gefühle, Leidenschaft und Beziehungen zu sprechen. Es geht darum, zu erregen und damit Geld zu verdienen."

LESE-TIPP: Radio-Reporterin hat Live-Sex im Radio

Ruth Marquardt ist Systemische Therapeutin, NLP-Trainerin und Hypnotherapeutin
Ruth Marquardt ist Systemische Therapeutin, NLP-Trainerin und Hypnotherapeutin
© RTL, RTL NEWS

Die systemische Familienberaterin Ruth Marquardt hat dazu eine klare Meinung: "Pornos sind keine adäquate Methode, Jugendlichen Sex näherzubringen, ich würde es definitiv nicht so machen und so auch nicht empfehlen", erzählt sie uns. Pornos seien vor allem eine Möglichkeit, mit dem Thema Sex Geld zu verdienen. "Hier geht es nicht darum, wirklich über Sexualität, Gefühle, Leidenschaft und Beziehungen zu sprechen. Es geht darum, zu erregen und damit Geld zu verdienen."

LESE-TIPP: Radio-Reporterin hat Live-Sex im Radio

"Diese Mutter halte ich für eine Selbstdarstellerin"

Ganz häufig ist es ja so, dass die Kinder selbst mit Fragen kommen und wissen wollen: Wie geht das mit dem Sex? Wie geht das mit Liebe und Beziehung? Wie sollten Eltern dann reagieren? "Die Fragen, die gestellt werden, beantworten und nicht mehr", sagt Marquardt. Es gebe auch viele gute Beratungsstellen, manchmal gute Sexualaufklärung in der Schule und häufig seien auch die Eltern von Freunden die besseren Ansprechpartner zum Thema Sexualität. "Das vermeidet Peinlichkeiten."

LESE-TIPP: Aufklärung für Kinder – so klappt's

Sexualität sei etwas, was den Jugendlichen selbst gehöre, was schließlich jedem Menschen individuell gehöre. "Wer möchte schon mit seiner Mutter erregt auf dem Sofa sitzen und Pornos verstehen lernen?", sagt die Familienberaterin. "Üblicherweise verstehen die Jungs schon längst, was in Pornos abläuft. Da brauchen sie keine Erklärung. Diese Mutter halte ich für eine Selbstdarstellerin." (lra, ija)

Auch interessant