Carlito kommt nicht vom Bildschirm los

Mutter füttert ihren Sohn (13), weil er süchtig nach Computerspielen ist

22. Februar 2019 - 15:28 Uhr

Die Frau möchte zeigen, wie schlimm es um ihren Sohn steht

Das ist der Hilferuf einer verzweifelten Mutter, die ihren "Zombie"-Sohn retten möchte, wie sie selbst sagt. Die Spielsucht ihres Sohnes ist so groß, dass sie ihn während seiner 48-Stunden-Sitzungen füttert, weil sie ihn nicht dazu bringen kann, eine Pause einzulegen. Jetzt hat sie online um Hilfe gebeten.

PC-Spiel „Rules of Survival" bestimmt Carlitos Leben

Carlito Garcia
Carlito Garcia (13) gelingt es nicht einmal für wenige Sekunden, seine Augen vom Bildschirm zu lösen.
© Viralpress

Wie hypnotisiert sitzt Carlito vor dem Computerbildschirm. Der 13-Jährige ist laut "Daily Mail" besessen von einem PC-Spiel namens "Rules of Survival". Seine Mutter, Lilybeth Marvel (37) von den Philippinen filmt sich selbst dabei, wie sie versucht, ihren Sohn in einem Internetcafe zu füttern. Das alles, während er es nicht schafft, seine Augen auch nur für wenige Sekunden vom Bildschirm zu lösen.

"Ich versuche, ihm das Gefühl zu geben, dass ich seine Mutter bin, die ihn liebt"

Begonnen hat alles schon vor zwei Jahren. Da hat Lilybeth Marvel angefangen, sich Sorgen um ihren Sohn Carlito Garcia zu machen, der bis spät in die Nacht in einem Internetcafé in Nueva Ecija auf den Philippinen abhing und nicht nach Hause kam. Lilybeth Marvel versuchte mit ihrem Sohn über seine Online-Spiele zu sprechen, jedoch ohne Erfolg.

Heimlich schlich sich Carlito immer wieder ins Internetcafé, berichtet die Mutter. So versucht die gelernte Massagetherapeutin einen anderen Ansatz. Zunächst nahmen sie und ihr Mann den 13-Jährigen von der Schule, um "besser mit dem Problem umgehen zu können". "Ich versuche, ihm das Gefühl zu geben, dass ich seine Mutter bin, die ihn liebt und sich um ihn kümmert, was auch immer in seinem Leben passiert", erklärt die verzweifelte Mutter.

Und so sitzt der völlig weggetretene Junge vor seinem Lieblings-Spiel "Rules of Survival", während seine hilflose Mutter versucht, ihm ein wenig von dem Essen einzuflößen, das sie ihm ins Internetcafe gebracht hat. Im Video sehen Sie die verstörenden Szenen. Jetzt hat Lilybeth Marvel online um Hilfe gebeten.

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Es gibt klare Grenzen zwischen normalem Spielen und Spielsucht

Was aber können Eltern machen, um nicht in eine solche Situation zu kommen? Feste Regeln fürs Computerspielen aufstellen und diese Regeln auch durchzusetzen, ist die wichtigste (und für Eltern auch häufig schwierigste) Maßnahme. Mehr als zwei Stunden Computer spielen schadet Kindern, da sind sich Experten einig. Achten Sie außerdem auf erste Warnzeichen!

Wenn Jugendliche sich zurückziehen, Aktivitäten wie Sport vernachlässigen und reizbar werden, ist es höchste Zeit, das Thema offen mit dem Kind und bei Bedarf bei Suchtberatungsstellen anzusprechen. "Es gibt klare Grenzen zwischen normalem Spielen und Spielsucht", sagte Vladimir Poznyak vom WHO-Programm Suchtmittelmissbrauch der Deutschen Presse-Agentur.  "Spielsüchtig ist jemand, der Freunde und Familie vernachlässigt, der keinen normalen Schlafrhythmus mehr hat, sich wegen des ständigen Spielens schlecht ernährt oder sportliche Aktivitäten sausen lässt", sagt er. Dem Spieler mache es auch keinen Spaß mehr, aber er komme nicht davon los. "Ein Teufelskreis", sagt Poznyak. "Es betrifft vor allem junge Menschen."