Viele Mitarbeiter sind überlastet

Wegen Fachkräftemangel: Ambulanter Pflegedienst muss schließen

Der Fachkräftemangel in der Pflege führt auch zu Standortschließungen.
Der Fachkräftemangel in der Pflege führt auch zu Standortschließungen.
© deutsche presse agentur

10. Mai 2021 - 13:44 Uhr

Standort in München geschlossen

Sie schieben Überstunden, Doppelschichten und sind nicht selten für viel zu viele Bewohner gleichzeitig zuständig: Viele Mitarbeiter in der Pflege sind überlastet. Der Grund: Es herrscht Fachkräftemangel. Das belastet nicht nur das Personal, sondern führt zu weiteren Problemen: In München muss der Arbeiter-Samariter-Bund sein ambulantes Pflegeangebot an einem Standort einstellen. Das hat Folgen.

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Pflege: Eklatanter Fachkräftemangel

Der ASB München wird zum 30. Juni 2021 den Ambulanten Pflegedienst am Standort München-Westpark einstellen. "In unserem 100. Geburtstagsjahr trifft uns diese Entscheidung besonders hart", schreibt Geschäftsführer Christian Boenisch in einer Pressemitteilung und erklärt weiter: "jedoch führt der eklatante Fachkräftemangel immer häufiger dazu, dass es Trägern von Ambulanten Pflegediensten nicht gelingt, die Positionen von Pflegefachkräften adäquat zu besetzen. Für das verbleibende Pflegeteam stellt dies eine extreme Belastung dar."

Tariflöhne und Fachkräftemangel

Laut ASB reiche die Tarif-Entlohnung nicht aus, um mit privaten Pflegediensten zu konkurrieren. Es bleibt auch ein grundsätzliches Problem: Es fehlen Arbeitskräfte. In der Altenpflege sind für 12.800 Stellen nur 3.600 Arbeitslose registriert, wie die Bundesagentur für Arbeit berichtet. Es gibt aber auch Zahlen, die hoffen lassen.

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Trotz Corona mehr Arbeitskräfte 2020

Die Bundesagentur für Arbeit hat ermittelt, dass es im Oktober 2020 in der Gesundheits- und Altenpflege 1,77 Millionen sozialversicherungs­pflich­tig Beschäftigte gegeben habe. Das seien 43.300 mehr als ein Jahr zuvor. Trotz Corona! Auch von 2019 auf 2020 habe es ein Plus gegeben. In den vergangenen fünf Jahren sei in der Pflege ein Beschäftigungsplus um 14 Prozent zu verzeichnen. Den Pflegebedürftigen am Münchener Standort Westpark nutzt das aber erstmal nichts.

Pflegebedürftige in München müssen verteilt werden

Sie müssen an andere gemeinnützige Pflegeeinrichtungen verteilt werden. Allen betroffenen Mitarbeitern soll immerhin ein anderer Arbeitsplatz angeboten werden. "Als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation sehen wir auch weiterhin unseren Auftrag darin, für die Menschen und gerade auch für die SeniorInnen in München und Oberbayern da zu sein und ihre Anliegen und Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Daher werden wir weitere innovative Konzepte und Betreuungsmöglichkeiten für SeniorInnen prüfen und möglicherweise umsetzen und uns dieser großen gesellschaftlichen Herausforderung stellen", resümiert Geschäftsführer Boenisch.

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