Heulen, schreien, stampfen

Mit diesen 3 Strategien überstehen Sie die Trotzphase Ihres Kindes ganz entspannt

3, 2, 1 - Wutanfall! Kinder in der Trotzphase sind aus emotionaler Sicht tickende Zeitbomben - aber oft auch unheimlich süß.
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05. November 2019 - 11:55 Uhr

Keine Panik - der Spuk geht auch wieder vorbei!

"Ich will aber lieber den anderen!" Vielleicht haben Sie diesen oder ähnliche Sätze auch schon von Ihrem Liebling gehört? Kleinkinder stellen in der Regel mit zwei Jahren fest, dass sie einen eigenen Willen besitzen und den versuchen sie dann auch durchzusetzen. Da wird gebrüllt, geheult und sich auf den Boden geworfen. Aber keine Panik: Die berüchtigte Trotzphase ist bei jedem Kind ganz normal und geht auch wieder vorbei. Wir zeigen Ihnen drei Strategien, mit denen Sie auch diese Zeit ganz entspannt überstehen.

1. Trotzanfälle sind vorhersehbar

Die Trotzphase ist die Zeit, in der das Kind lernt, mit Stress und Frust umzugehen und in der sich sein Durchhaltevermögen und seine Toleranzgrenze ausbilden. Das ist unabdingbar, um später als Erwachsener in der Gesellschaft auf eigenen Beinen zu stehen und eigenmächtig zu handeln.

Sie beginnt meist im Alter von zwei Jahren und kann bis zum vierten Lebensjahr dauern, für die Kinder ist diese Entwicklungsphase sehr wichtig. Sie müssen austesten, wie weit sie gehen können und dabei durch eigene Erfahrung lernen. 

Wer seine Kinder genau beobachtet, weiß in welchen Situationen sich Stress in ihnen aufbaut und ist somit auch in der Lage Trotzanfälle vorherzusehen. Oft sind die Auslöser banale Dinge wie Müdigkeit oder Hunger. Aber auch ein voller Familienkalender mit eng kalkuliertem Zeitmanagement kann sich als Stimmungskiller entpuppen.

Zusammenfassend verhalten sich Kinder immer dann trotzig, wenn ihre gewohnte Alltagsroutine durcheinandergebracht wird. Richten Sie den Tagesablauf zu Hause, soweit es möglich ist, nach Ihrem Nachwuchs aus und Sie werden merken, dass sich auf diese Weise eine Menge Stress ersparen lässt.

2. Mut zur Selbstständigkeit

Das nicht Erreichen gesteckter Ziele frustriert und macht wütend. Dieses Gefühl kennen Kinder genauso wie Erwachsene. Auch auf fremde Hilfe kann man in dieser Situation nur zu gut verzichten, schließlich drängt der eigene Ehrgeiz einen dazu, es selbstständig schaffen zu wollen. Besonders Kinder wollen ihren Eltern beweisen, dass sie vieles schon ganz alleine machen können.

In diesem Fall brauchen Kinder nur ein wenig Hilfe zur Selbsthilfe. Beispielsweise hilft ein kleiner Hocker dabei, die weiter oben im Regal stehenden Spielsachen selbst vom Schrank zu heben oder aus der Spielzeuggießkanne muss lediglich die Erde im Kopf beseitigt werden und schon klappt das mit dem selbstständigen Gießen der Blumen wie von alleine. Geben Sie Ihrem Kind das nötige Werkzeug in die Hand und lassen Sie es damit die Welt entdecken.

3. Die richtige Kommunikation ist das A und O

Wir Erwachsenen neigen dazu, sehr viele Wörter zu benutzen und uns komplex zu äußern. Kinder haben deshalb oft Schwierigkeiten uns zu verstehen. Sie schalten irgendwann ab und schenken den langen Schachtelsätzen von Mama und Papa zunehmend weniger Beachtung.

Außerdem kommt eine gesendete Botschaft nur dann bei ihnen an, wenn Gestik, Mimik und Tonfall auch wirklich zu den gesagten Worten passen. Aber bloß nicht laut werden! Es ist wichtig, nicht zu sehr auf die Anfälle einzugehen, verstricken Sie sich auf keinen Fall in eine Diskussion oder sogar einen Streit mit Ihrem Kind. Mit einem kurzen und klaren Nein kommt man daher oftmals viel weiter als mit einer ausführlichen Erklärung. Weitere Tipps, wie Sie mit Kindern richtig reden, finden Sie hier. 

Wenn gar nichts das Temperament Ihres Lieblings zügeln kann, dann halten Sie mit betonter Lässigkeit dagegen. Zählen Sie langsam bis 20, lenken Sie die Diskussion auf ein anderes Thema oder verlassen Sie für kurze Zeit den Raum, um den Kind eine Gelegenheit zu geben, sich abzuregen.

Behalten Sie jedoch immer eins im Kopf: Ihr Kind macht eine wichtige Phase durch, die auch wieder vorbeigeht. Sie unterstützen Ihr Kind am besten dabei, wenn Sie ruhig bleiben, für es da sind und versuchen Sie die anstrengenden Situationen mit Humor zu nehmen.