15. Mai 2019 - 15:28 Uhr

Einmal Foto mit 2 Megabyte verschicken - über 50 Euro weg

Innerhalb der EU wird telefonieren immer günstiger. Nachdem vor zwei Jahren die Roaming-Gebühren innerhalb der EU abgeschafft wurden, werden auch die Kosten für Gesprächsminuten und SMS immer weiter gedeckelt. Doch außerhalb der EU lauern immer noch extreme Kostenfallen. So zahlen Urlauber in Indonesien je nach Anbieter und Tarif bis zu 6,70 Euro pro Gesprächsminute. Und das Verschicken eines ein Megabyte großen Fotos kann in den USA mehr als 26 Euro kosten, wie die Stiftung Warentest in einem aktuellen Vergleich festgestellt hat.

WLAN-Funktionen im Ausland ausreizen

Es gibt zwar auch Provider und Tarife, die für Gespräche und Datennutzung in den gleichen Ländern nur jeweils knapp 1 Euro verlangen - aber allein für eine Urlaubsreise wird wohl niemand seinen Mobilfunktarif wechseln.

Auch wenn die Preise für eingehende Anrufe international unter denen für ausgehende Gespräche liegt, raten die Experten davon ab, sich auf Reisen außerhalb der EU häufig anrufen zu lassen. Besser sucht man sich ein WLAN und telefoniert über eine Messenger-App. Das sei auch eine gute Lösung für Prepaid-Kunden, für die Roaming in bestimmten Ländern nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist.

Unmittelbar vor der Reise in Länder außerhalb der EU sollte man auch die Mailbox abschalten, weil dort eingehende Anrufe Kosten verursachen. Außerdem sollten sich Urlauber vor der Reise bei dem eigenen Anbieter über die Bedingungen im Zielland informieren. Die Tarif-Info-SMS, die man nach der Landung oder beim Überqueren der Grenze erhält, reiche nicht.

Bei der mobilen Datennutzung raten die "Finanztest"-Experten schon daheim im WLAN den Smartphone-Speicher mit allem zu füllen, was man unterwegs benötigt - also etwa Offlinekarten, Musik, Videos, Serien oder Filme.

Kosten für Telefonate und SMS-Versand werden innerhalb der EU weiter gedeckelt

Seit dem Wegfall der Roaming-Gebühren innerhalb der EU greifen auch Urlauber viel häufiger zum Smartphone. Das mit deutschen Mobilfunkverträgen im Ausland genutzte Datenvolumen stieg nach Angaben der Bundesnetzagentur 2018 auf rund 66,4 Millionen Gigabyte, das ist fast doppelt so viel wie 2017. Bei Telefonaten aus dem EU-Ausland betrug das Plus 14 Prozent auf etwa 2,9 Milliarden Gesprächsminuten.

Was aber viele Urlauber nicht wissen: Zwar sind mit dem Wegfall der Roaminggebühren die hohen Zusatzkosten im EU-Ausland weggefallen, insbesondere für die Datennutzung. Geblieben sind aber die hohen Gebühren, die bei Telefonaten und SMS-Versand an ausländische Nummern anfallen. Innerhalb der EU werden für Privatkunden ab dem 15. Mai auch diese Gebühren gedeckelt: Auf 19 Cent pro Minute und sechs Cent pro SMS-Versand. Bei nutzungsunabhängigen Tarifen wie etwa Flatrates oder Verträgen mit Sonderbestimmungen für Verbindungen in nicht-EU-Länder werden die Verträge ab dem 15. Juli umgestellt.

Quelle: DPA/RTL.de