Ex-Weggefährte Wendlinger verrät

Das ist die Erfolgsformel von Michael Schumacher

Michael Schumacher und Karl Wendlinger
Michael Schumacher und Karl Wendlinger
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30. Mai 2021 - 17:01 Uhr

Das 'Phänomen Schumacher'

Michael Schumacher war, ist und bleibt ein Phänomen. Vieles wurde über den Formel-1-Rekordweltmeister geschrieben, seine Fähigkeiten auf und abseits des Asphalts analysiert. Im Hintergrund immer die Frage. Was macht(e) diesen Ausnahmepiloten so besonders? So einzigartig? Einen interessanten Blick auf das 'Phänomen Schumacher" liefert Karl Wendliger. Ehemaliger F1-Pilot und Weggefährte im Mercedes-Junior-Team.

"Ein einziges Muskelpaket"

"Heinz-Harald Frentzen ging alles leicht von der Hand, er hat sich gleich um nichts gepfiffen. Michael war auch extrem talentiert, aber ging alles systematischer an. Er war extrem ehrgeizig", sagte Wendlinger im Interview mit Sport1. Schumi, ein Besessener. Mit jeder Faser seine Körpers.

Pausen gönnte er sich keine. Schon in seiner Anfangszeit bei Jordan. Dazu passt eine Anekdote aus der damaligen Zeit. "Michael kam völlig durchtrainiert an, war plötzlich ein einziges Muskelpaket. Er muss vier Wochen nur trainiert haben", verrät der Österreicher.

Ein sehr spezieller Fahrstil

Talent, Wille, Fitness, Akribie und Wissensdurst. Die Zauberformel für Schumachers Erfolge. Und sein unbändiger Trieb, sich und den Boliden immer zu verbessern. "Michaels Stärke auch später zu Ferrari-Zeiten: Er findet immer noch was, er kann sich immer noch steigern. Das war ein Teil seines großen Talents", so Wendlinger.

Schon Mitte der 90er Jahre, der Anfangszeit seiner großen Karriere, stach Schumacher mit seinem ungewöhnlichen Fahrstil hervor. "Er spielte permanent mit dem Gaspedal und hat mit dem linken Fuß gebremst. So generierte er zusätzlichen Abtrieb, konnte extrem schnell in die Kurve reinfahren und auch früher Vollgas geben", erklärte Wendlinger. "Er war extrem schnell damit und ließ später alle Autos in diese Richtung entwickeln. Diese Autos waren im Heckbereich aber sehr instabil, reagierten unvorhersehbar, wenn man nicht so fahren konnte wie Michael. Seine Teamkollegen kamen damit nie richtig klar."

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Er ließ Autos völlig umbauen

Schumacher prägte eine völlig neue Art des Fahrens. Auf allen Ebenen. "Michael ließ das Auto bei einer Testfahrt Ende des Jahres mit dem Renault-Motor, den er 1995 im Benetton fuhr, völlig umbauen. Der Ingenieur konnte nicht glauben, dass man ein solch extrem abgestimmtes Auto überhaupt auf der Straße halten konnte und Michael war auch noch superschnell damit." Ein klassischer Schumacher. (tme)

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