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Mexikanisches Gericht verbietet Stierkämpfe in größter Arena der Welt

"Fiesta Brava" in Mexico-City ausgesetzt

Mexikanisches Gericht verbietet Stierkämpfe in größter Arena der Welt

epaselect epa05138271 A picture dated 31 January 2016 shows a general view of the Plaza Mexico bullring during the bullfight of Spanish matador Jose Tomas with his first bull of the afternoon, named 'Bellotero' (522 kg) as part of the 'Temporada Gran
Die Stierkampfarena Plaza Mexico
jn/gln mb, picture alliance / dpa, Mario Guzman

Stierkämpfe in der Plaza México in Mexico-City sind bis auf weiteres verboten. Das ist ein bisschen so, als würde im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro kein Fußball mehr gespielt. Und doch ist es anders, denn Fußballspieler tun das freiwillig – Tiere nicht. Die "Fiesta Brava" genannten Kämpfe in der größten Stierkampfarena der Welt wurde nach einer Klage von Tierschützern ausgesetzt, bis über ihre Verfassungsmäßigkeit entschieden wird.

"Erster Schritt der Gerechtigkeit für die Stiere!"

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Stierkämpfe wie diesen auf unserem Archivfoto von 2017 wird es dort bis auf Weiteres nicht mehr geben.
ZEUS, picture alliance / ZUMAPRESS.com, El Universal

Tierfreunde reagierten zufrieden: "Erster Schritt der Gerechtigkeit für die Stiere!", twitterte die Tierschutzorganisation "AnimaNaturalis México". Es gelte nun, weiterzukämpfen, bis ein endgültiges Verbot der Stierkämpfe erreicht werde.

Zusammen mit anderen Organisationen hatte AnimaNaturalis vor Gericht ein Verbot mit der Begründung gefordert, die Verfassung der Hauptstadt schreibe den Schutz und die würdige Behandlung von Tieren vor.

Arena-Betreiber will "mexikanische Sitten und Gebräuche" verteidigen

Das Unternehmen, das die Plaza México betreibt, kündigte an, alle Rechtsmittel auszuschöpfen, um die "mexikanischen Sitten und Gebräuche" zu verteidigen. Die Plaza México hat mehr als 41.000 Sitzplätze - die weltberühmte Stierkampfarena Las Ventas in Madrid bietet hingegen nur Platz für knapp 24.000 Zuschauer.

Gegner des Stierkampfs in Mexiko prangern das Leiden und Töten der Tiere an. Befürworter betonen, es handle sich um eine jahrhundertealte Tradition, die Zehntausende Arbeitsplätze in Mexiko schaffe. Mehrere Gesetzesentwürfe zum Verbot des Stierkampfs wurden in den vergangenen Jahren im mexikanischen Parlament eingebracht, kamen bisher aber nicht voran. (dpa; uvo)