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Menschliche Eizellen erstmals im Labor zur Reife gezüchtet

Scienceart Künstliche Befruchtung
Schottische Forscher haben erstmals menschliche Eizellen außerhalb des Körpers zur Reife gebracht. © picture alliance / Sigrid_Gomber, Sigrid Gombert

Hoffnung für Krebspatientinnen mit Kinderwunsch

Das klingt wie eine Sensation: Erstmals haben Forscher menschliche Eizellen außerhalb des Körpers von einem frühen Stadium bis zur vollständigen Reife gebracht.

Das könnte Frauen mit Kinderwunsch eine Schwangerschaft erleichtern, die nach einer Krebstherapie auf natürliche Weise keine Kinder mehr kriegen können, schreiben Mediziner von der Uni Edinburgh in der Fachzeitschrift 'Molecular Human Reproduction'.

Krebstherapien können Frauen unfruchtbar machen

Die Experten hatten erwachsenen Frauen unreife Eizellen entnommen, die sich dann im Labor weiterentwickelten. Vor allem Mädchen, die vor der Pubertät unter Krebs leiden, könnten so später schwanger werden. Ihnen könnten unreife Eizellen vor einer Chemotherapie entnommen werden. Im Labor könnten sie dann reifen und aufbewahrt werden – um später befruchtet zu werden.


Bislang sei es zwar möglich, vor einer Krebstherapie einen Teil der Eierstöcke zu entnehmen und ihn später wieder einzusetzen, schreibt die Universität Edinburgh. Das Risiko dabei: Der Krebs könnte nach der Therapie wieder in den Körper zurückgebracht werden.


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Die häufigsten Gründe für Unfruchtbarkeit bei Frauen Unerfüllter Kinderwunsch 00:02:06
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Einige Wissenschaftler sind skeptisch

Unabhängige Experten begrüßten die Ergebnisse der Studie als „wichtigen Durchbruch“, warnten aber vor zu großen Erwartungen. Es könne noch Jahre dauern, bis die Erkenntnisse in einer Therapie münden. Außerdem sei noch unklar, ob eine so gezüchtete Eizelle tatsächlich befruchtet werden kann.

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