Wegen Jugendschutz

Pornhub, Xhamster und Co. droht das Aus!

Aus für mehrere Pornoseiten im Internet.
Aus für mehrere Pornoseiten im Internet.
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02. Dezember 2021 - 10:34 Uhr

Kinder und Jugendliche kommen zu leicht an die Inhalte

Mehreren großen Porno-Portalen droht in Deutschland die Abschaltung, weil sie laut Gerichtsbeschluss gegen den Jugendschutz verstoßen. Zu lasch sei der Schutz für Kinder und Teenager.

Gericht lehnt Antrag auf Rechtsschutz der Anbieter ab

ARCHIV - 19.03.2014, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Der Eingang des Verwaltungsgerichtes. (zu dpa "Gericht: Porno-Portale verstoßen gegen deutschen Jugendschutz") Foto: Martin Gerten/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Das Verwaltungsgericht in Düsseldorf sieht die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen gefährdet.
© dpa, Martin Gerten, mg lof fc cv hak cul

Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht gab am Mittwoch bekannt, dass die Landesanstalt für Medien NRW die frei zugänglichen Inhalte von Porno-Anbietern mit Sitz in Zypern zu Recht beanstandet und ihre künftige Verbreitung in dieser Form in Deutschland zu Recht untersagt habe.

Die Anbieter hatten über zypriotische Gesellschaften vorläufigen Rechtsschutz beantragt. Den hat das Gericht abgelehnt. Der deutsche Jugendmedienschutz sei anwendbar, auch wenn die Internetseiten vom EU-Ausland aus betrieben werden.

Das Verfahren verstoße weder gegen nationales Verfassungsrecht noch gegen Völkerrecht oder das Recht der Europäischen Union, befanden die Düsseldorfer Richter.

Lese-Tipp:

Gefahren im Internet in Pandemie-Zeiten gestiegen

Laut einer Studie sind die Gefahren für Kinder und Jugendliche im Internet seit Beginn der Corona-Pandemie gestiegen. So würden Minderjährige vor allem in Messenger-Diensten, Sozialen Netzwerken und bei Onlinespielen zunehmend mit Inhalten konfrontiert, die sie gefährden oder beeinträchtigen könnten, heißt es in einer Mitteilung der Internetwächter von "Jugendschutz.net". Die Pandemie führe außerdem dazu, dass Kinder und Jugendliche häufiger und länger online seien.

"Sexueller Anmache, rassistischer Hetze, Verletzungen der Privatsphäre - all dem sind schon Kinder im Netz ausgesetzt", wird der Leiter des Zentrums, Stefan Glaser, zitiert. Auch vermeintlich lustige Mutproben wie die "Corona-Challenge" würden Jugendliche gefährden; etwa dann, wenn sie dazu aufgerufen werden, öffentliche Toiletten oder Griffe in U-Bahnen abzulecken.

"Hier wird bewusst in Kauf genommen, dass sich Menschen mit dem Virus infizieren. Im Handumdrehen werden solche Challenges weiterverbreitet und generieren Tausende von Likes", heißt es in der Stellungnahme.

Bei "Jugendschutz.net" handelt es sich um ein gemeinsames Kompetenzzentrum von Bund und Ländern, das für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet eintritt. (dpa/ mor)