Sie hatten nur friedlich demonstriert

Massenmord in Mexiko: Opfer wurden gefoltert und bei lebendigem Leib verbrannt

Forensic technicians stand by bodies of inhabitants of an indigenous village, killed by assailants in an area that has been plagued by local disputes, at a funeral parlor in Salina Cruz
Forensic technicians stand by bodies of inhabitants of an indigenous village, killed by assailants in an area that has been plagued by local disputes, at a funeral parlor in Salina Cruz
© REUTERS, JOSE DE JESUS CORTES, TB

23. Juni 2020 - 7:07 Uhr

Protest gegen unrechtmäßige Festnahme

Unvorstellbarer Gewaltexzess: 15 Menschen sind in Mexiko grausam getötet worden, sie wurden gefoltert und bei lebendigem Leib verbrannt. Grund: der Streit um die Verwaltung einer Ortschaft, der Gemeinde San Mateo del Mar an der Pazifikküste des Bundesstaates Oaxaca. Die Opfer hatten nichts weiter getan als friedlich dagegen zu demonstrieren, dass der Ortsvorsteher sie zuvor unrechtmäßig festnahm, so die Polizei.

13 Männer und zwei Frauen ermordet

The burnt wreckage of a truck lies on a street after assailants killed 15 inhabitants of an indigenous village, that has been plagued by local disputes, in San Mateo del Mar, in Oaxaca state, Mexico June 22, 2020. REUTERS/Jose de Jesus Cortes
In diesem Fahrzeug wurde eines der Opfer verbrannt.
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Unterstützt wurden die Mörder von einer Bande des organisierten Verbrechens. Die Staatsanwaltschaft Oaxacas bestätigte den Tod von 13 Männern und zwei Frauen. Ihre Körper wiesen Verletzungen und Verbrennungen auf. Mehr als 150 Polizisten, Soldaten und Ermittler wurden in den Ort geschickt, so die Behörden.

Streit um Windparks?

Forensic technicians are pictured outside a funeral parlor after transporting the bodies of inhabitants of an indigenous village killed by assailants, in an area that has been plagued by local disputes, in Salina Cruz, in Oaxaca state, Mexico June 22
Kriminaltechniker bargen die Leichen der Opfer und brachten sie zur Obduktion.
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In San Mateo del Mar gab es schon häufiger Streit zwischen politischen Fraktionen. Die Gemeinde liegt im Isthmus von Tehuantepec in Südmexiko, einer Meerenge zwischen dem Golf von Mexiko und dem Pazifik.

Die Gegend ist eine der windreichsten der Welt. Ausländische Konzerne bauen dort große Windparks, was zu Konflikten mit den überwiegend indigenen Bewohnern geführt hat.

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Mexiko: 100 Morde pro Tag

Members of the Mexico's National Guard patrol a road after assailants killed 15 inhabitants of an indigenous village, that has been plagued by local disputes, in San Mateo del Mar, in Oaxaca state, Mexico June 22, 2020. REUTERS/Jose de Jesus Cortes
Patrouille der mexikanischen Nationalgarde in San Mateo del Mar
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Mord und Totschlag sind in Mexiko weit verbreitet. Im vergangenen Jahr wurden fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Zudem gelten mehr als 60.000 Menschen als verschwunden. Die Gewalt hat auch während der Corona-Krise nicht nachgelassen.

Sie geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Oft haben die Gangster Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften. Die meisten Verbrechen in dem nordamerikanischen Land werden nie aufgeklärt.