Nach Tod einer Schwangeren in Thailand

Massage in der Schwangerschaft: Was geht, was nicht?

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25. Juli 2019 - 11:15 Uhr

Spezialistin erklärt, worauf es ankommt

Der erschütternde Fall: Eine 25-jährige Thailänderin wollte nur eine Fußmassage genießen – doch sie brach während der Behandlung zusammen, fiel ins Koma und starb schließlich. Die mögliche Ursache: Eine Thrombose. Nina Tedesco, ausgebildete Massagetherapeutin aus Köln, hat sich auf Schwangerschaftsmassage spezialisiert und erklärt, welche Methoden gefährlich sein können und welche für unbedenkliche Entspannung sorgen.

Von Rachel Kapuja

Sind Beinmassagen für Schwangere grundsätzlich gefährlich?

Nina Tedesco: "Im Fall der jungen Frau aus Thailand lag sicher eine Vorerkrankung vor, die nicht bekannt war. Dennoch führe ich aufgrund des erhöhten Thromboserisikos bei Schwangeren grundsätzlich keine Massagen an der tiefliegenden Bein- und Armmuskulatur durch. Das heißt aber absolut nicht, dass dieser Bereich generell nicht massiert werden darf – es kommt darauf an, wie. Bei typischen Probleme wie Ödemen, also Wassereinlagerungen, kann eine sanfte, oberflächliche Lymphdrainage für Linderung sorgen."

Welche weitern No-Gos gibt es bei der Schwangerschaftsmassage?

Nina Tedesco: "Keine Schwangere sollte in Bauchlage massiert werden. Auch die Rückenlage über längere Zeit sollte man vermeiden. Hier kann es zum Vena-Cava-Syndrom kommen: Dabei drückt das Kind in der Gebärmutter auf die Hohlvene der Mutter, was Kreislaufstörungen verursachen kann. In der fachmännischen Seitenlage besteht diese Gefahr nicht."

"Außerdem sparen wir bestimmte Fußreflexzonen und Akkupressurpunkte, die auf die Zone von Genitalien und Uterus wirken, aus, um das frühzeitige Auftreten von Wehen nicht zu begünstigen. Das gleiche gilt für gewisse Aromaöle wie etwa Rosmarin. Es gibt aber keinen Punkt am Körper, auf den man drücken und damit sofort Wehen auslösen könnte – vielmehr geht es darum, bereits bestehende Probleme nicht noch zu verstärken."

Bei welchen Risikofaktoren ist besondere Vorsicht geboten?

Nina Tedesco: "Bei einer vorgelagerten Plazenta, frühzeitigen Wehen, Blutgerinnungsstörungen oder auch Diabetes. Generell gilt aber: Der Therapeut muss sich ganz individuell auf die Frau einstellen können und genau über die Veränderungen Bescheid wissen, die während der Schwangerschaft im weiblichen Körper stattfinden."

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Was darf der Partner zu Hause machen – und wann sollte man zum Profi?

Nina Tedesco: "Eine vorsichtige Massage – sanft, streichelnd, liebevoll – tut Schwangeren gerade im Bereich des unteren Rückens unheimlich gut. Das darf ruhig zu Hause gemacht werden. Eine kräftige Massage an den Waden sollte man allerdings wie gesagt lieber lassen. Wenn hier Schmerzen sitzen, würde ich einen Massagetherapeuten empfehlen, der im Umgang mit Schwangeren geschult ist."