Mann weigert sich, Fotos zu löschen

Unfassbare Aktion in Manchester: Spanner fotografiert stillende Mutter

Mutter Julia Cooper mit ihrer neun Monate alten Tochter.
Mutter Julia Cooper mit ihrer neun Monate alten Tochter.
© Kennedy News and Media, -

24. Juni 2021 - 12:40 Uhr

Mutter aus Manchester wehrt sich jetzt gegen Spanner

Julia Cooper ist mit Freunden in einem Park in Manchester unterwegs, als sie ihre neun Monate alte Tochter auf einer Bank stillt. Plötzlich sieht sie, dass ein Mann eine Kamera mit einem Zoom-Objektiv in der Hand hält und sie und ihr Baby beim stillen knipst. Julia konfrontiert den Spanner und fordert ihn auf, die gemachten Fotos sofort zu löschen.

Doch der Mann besteht auf sein Recht, im öffentlichen Raum Fotos machen zu dürfen und weigert sich, sie zu löschen. Auch als die 32-Jährige sich an die Polizei wendet, kann die ihr nicht weiterhelfen. Der Grund: es gibt bisher kein Gesetz, das verbietet, Personen im öffentlichen Raum zu fotografieren. Jetzt wehrt sich die Mutter dagegen und fordert eine Gesetzesänderung.

"Ich fühle mich verletzt"

Julia Cooper mit neun Monate alter Tochter
Julia Cooper aus Manchester wurde offenbar von einem Spanner abgelichtet, als sie gerade ihre kleine Tochter stillte.
© Kennedy News and Media, -

Julia Cooper erzählt in "Metro": "Ich fühlte mich verletzt". Sie sei sich sicher, dass der Mann diese Fotos gemacht habe, um sich daran "sexuell aufzugeilen".

"Ich war sehr diskret beim stillen. Es war kalt und ich trug eine dicke Winterjacke und ich sah, dass er die Kamera in dem Moment rausholte, als ich anfing, meine Tochter zu stillen." Sie vermute, dass der Mann deshalb auch sein Kameraobjektiv wechselte, um noch näher ranzuzoomen.

Als Julia Cooper den Spanner konfrontiert, besteht er auf sein Recht, im öffentlichen Raum Fotos knipsen zu dürfen. Die Mutter erzählt weiter in "Metro Co UK": Er erklärte auch nicht warum er diese Fotos von uns machte. Und ich habe mich nicht getraut, so genau nachzuhaken." Gelöscht hat der Mann die Fotos, trotz ihrer Aufforderung, nicht.

Die 32-Jährige ging danach zur Polizei, die konnten ihr allerdings auch nicht weiterhelfen. "Der Officer sagte, dass er das auch schlimm fand, was mir passiert ist, er aber nichts für mich tun könnte, weil es nicht verboten ist, jemanden im öffentlichen Raum zu fotografieren, der gerade stillt. Ich ging nach Hause, war sauer und fühlte mich mies".

Mutter kann seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit stillen

Jetzt hat Julia Cooper eine Petition gestartet. Die 32-Jährige will erreichen, dass es eine Straftat wird, wenn eine Person im öffentlichen Raum Teile des Körpers eines Anderen fotografiert, die normalerweise von der Kleidung verdeckt werden würden.

Ein Politiker aus Großbritannien hat sich zu dem Vorfall geäußert. Jacob Rees Mogg sagte laut "Metro": "Es ist nicht einfach, für alle möglichen Umstände Gesetze zu erlassen. Gerade was Menschen im öffentlichen Raum angeht".

Julia Cooper aber kämpft weiter: "Man muss doch erwarten können, dass Leute aus Höflichkeit Menschen nicht fotografieren, die Dinge tun, die privat sind, auch in der Öffentlichkeit. Ich bin traurig darüber, dass man mir das Stillen kaputt gemacht hat. Ich habe es danach noch einige Male draußen versucht, aber ich fühle mich beobachtet. Seitdem nehme ich nur noch Flaschen mit. Ich kann es nicht mehr ".

Die 32-Jährige hat bereits 26.000 Unterschriften gesammelt, in der Hoffnung, dass die Gesetzeslage sich doch noch ändern wird. (mca)