Lustiger Verwendungszweck auf der Überweisung? Warum das keine gute Idee ist

18. Juli 2018 - 17:29 Uhr

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"Danke für die Niere", "Waffenfähiges Plutonium" oder "Für Koks, Nutten und Marihuana " - manche Bankkunden finden es ziemlich lustig, den Verwendungszweck auf Überweisungen mit solchen Sätzen auszufüllen. Witzig ist es schon, aber das kann negative Folgen haben - im schlimmsten Fall könnte sogar die Polizei ermitteln.

Die Banken finden das nicht unbedingt lustig

Vor allem die Banken sind genervt über die kreativen Angaben. "Lustig gemeinte Verwendungszwecke können zu erhöhtem Arbeitsaufwand und auch Verzögerungen führen", erklärt Stefan Marotzke, Sprecher des Sparkassen- und Giroverbandes. Denn Banken müssen Überweisungen auf den Verdacht von Geldwäsche oder Betrug prüfen. "Kreditinstitute sind verpflichtet, Ungewöhnlichkeiten in Geschäftsbeziehungen und im Zahlungsverkehr zu erkennen", erläutert der Bundesverband deutscher Banken.

Mithilfe einer Liste von verdächtigen Begriffen werden alle Überweisungen kontrolliert, erklärt der Bankenverband. Welche das sind, ist geheim und je nach Geldinstitut unterschiedlich. Jeden Tag werden in Deutschland 17 Millionen Überweisungen getätigt. Auch wenn die Banken immer nur Stichproben überprüfen, kann man sich vorstellen, wie viel Arbeit so entsteht.

Scherze auf der Überweisung sind ein Kündigungsgrund für Banken

Doch der "Schabernack" belastet nicht nur die Verwaltung, wie eine Sprecherin des Zollkriminalamtes beklagt. Auch für den Kunden kann ein dummer Scherz unangenehme Folgen haben. Mögliche Geldwäsche-Aktionen gehen zuerst an die "Financial Intelligence Unit" (FIU). Verdachtsfälle würden dann von der Staatsanwaltschaft geprüft und womöglich an die Polizei weitergeleitet. Wie oft das schon vorgekommen ist, ist unklar. Nach Ansicht von Paul Assies, Fachanwalt für Bank und Kapitalmarktrecht handelt es zwar um "ganz, ganz seltene Einzelfälle". Trotzdem hat wohl niemand gerne die Polizei vor der Tür stehen, nur weil man sich einen schlechten Scherz erlaubt hat.

Wenn Kunden wiederholt lustige Verwendungszwecke angeben, die auch anders verstanden werden können, wäre das sogar ein berechtigter Kündigungsgrund für Banken. Wer Ärger mit seinem Geldinstitut oder der Polizei vermeiden will, kann das Feld für den Verwendungszweck auch einfach leer lassen. Man ist nämlich gar nicht verpflichtet, dort etwas einzutragen. Und wenn man es doch nicht lassen kann, Freunden auf diese Weise eine lustige Grußbotschaft zu schicken, sollte man etwas Harmloses schreiben, zum Beispiel wie diese Bankkunden: "Hier, du Kapitalist", "Wer das liest, ist doof" oder "Geld stinkt nicht".