Autor veröffentlicht Plagiatsjäger-Fund zu Laschet-Buch

#Laschetschreibtab: Laschet räumt Fehler ein und entschuldigt sich

Armin Laschet - hier bei der Unterschrift einer Partnerschaftserklärung (Archivbild)
Armin Laschet - hier bei der Unterschrift einer Partnerschaftserklärung (Archivbild)
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve fdt

30. Juli 2021 - 13:10 Uhr

Karsten Weitzenegger veröffentlicht "Vroniplag"-Recherche auf Twitter

Was der Experte für nachhaltige Entwicklung Karsten Weitzenegger auf Twitter hochgeladen hat, könnte für den CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet im Wahlkampf zur Tragödie werden: Weitzenegger veröffentlichte eine Recherche des Plagiatsjägers Martin Heidingsfelder, die dieser ihm geschickt haben soll.

Im angehängten Foto sind zwei Text-Passagen gegenübergestellt, die sich sehr ähneln: Links das Buch "Die Aufsteigerrepublik – Zuwanderung als Chance" – Autor laut Cover: Armin Laschet. Rechts daneben finden sich die Auszüge aus einem ein Jahr zuvor veröffentlichten Paper von Weitzenegger. Der schießt auf Twitter mit Humor gegen Laschet und löst den Twitter-Trend #Laschetschreibtab aus.

Und Laschet selbst? Er räumt Fehler ein und entschuldigt sich.

Laschet: „Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, werde ich unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlassen“

"In meinem Buch "Die Aufsteigerrepublik" von 2009 gibt es offenkundig Fehler, die ich verantworte: Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt. Dafür möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten, denn sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren.", sagt Laschet auf RTL-Anfrage.

"Die Aufsteigerrepublik" habe ich in meiner damaligen Funktion als Integrationsminister verfasst. Es ist ein Debattenbeitrag und er diente dazu, die Arbeit des ersten Integrationsministeriums Deutschlands darzustellen und für eine neue Integrationspolitik bundesweit zu werben. Dementsprechend wurde für das Buch auch auf Ausarbeitungen des Ministeriums Rückgriff genommen. Dies geht aus dem Literaturverzeichnis und der Danksagung hervor.", so Laschet weiter.

"Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, werde ich unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlassen", kündigte er laut dpa an.

Armin Laschet twittert:

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

"Vroniplag" war auch an Plagiatsvorwürfen gegen Annalena Baerbock beteiligt

Die Plagiatsjäger-Plattform "VroniPlag", auf deren Recherche sich Weitzenegger beruft, hat Martin Heidingsfelder gegründet. Er selbst sagt zu RTL: "Ich habe bisher ein paar Seiten geprüft, nicht das ganze Buch." Laschet habe ihm zugesagt, dass er das Buch unverzüglich selbst prüft. Bis dahin habe sich der Fall erstmal für ihn erledigt.

Dass Heidingsfelder die Laschet-Bücher unter die Lupe nimmt, liegt – nachdem er sich Anfang Juli an Plagiatsvorwürfen gegen Annalena Baerbock beteiligt hatte – nahe. In einem Buch der Grünen-Kanzlerkandidatin entdeckte "VroniPlag", nach Veröffentlichungen eines anderen Plagiatsjägers, eine Passage, die einer Studie der Denkfabrik Agora Energiewende und des Wuppertal Instituts glich. Mit #Laschetschreibtab droht nun dem nächsten Kanzlerkandidaten im Wahlkampf eine schriftliche Prüfung der besonders unangenehmen Art.

(swi/eku)