Leiche lag monatelang in der Wohnung von Marco T.

Urteil im Prozess um Mord an jungem Brasilianer Matheus A.

In seiner Wohnung soll Marco T. monatelang die Leiche von Matheus A. versteckt haben.
In seiner Wohnung soll Marco T. monatelang die Leiche von Matheus A. versteckt haben.
© dpa, Daniel Reinhardt, dan hjb let tba

22. April 2021 - 14:46 Uhr

Angeklagter hat die Leiche im Gästezimmer versteckt

Es klingt gruselig, aber monatelang soll die Leiche des 28-jährigen Brasilianers Matheus A. in der Wohnung des Angeklagten gelegt haben, dort hat er sie offenbar im Gästezimmer versteckt. Das Hamburger Landgericht sieht es als erwiesen an, dass der Krankenpfleger Marco T. den jungen Brasilianer ermordet hat und verurteilt ihn dafür am Donnerstagmittag zu lebenslanger Haft. Während der Verkündung bleibt der Verurteilte regungslos.

Verteidiger plädierten auf Freispruch

Staatsanwaltschaft und Nebenklage forderten eine lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe für den 46 Jahre alten Marco T.. Die Verteidiger plädieren dagegen auf Freispruch. Für frühere Taten von Marco T. aus 2018 sei eine Geldstrafe ausreichend. Aber damit kam die Verteidigung am Donnerstag nicht durch.

Das Gericht ist überzeugt, dass Marco T. den Mord vertuschen wollte

Das Gericht ist überzeugt, dass der Marco T. dem 28-Jährigen nach einer Geburtstagsparty im September 2019 ein Getränk mit einer potenziell tödlichen Dosis einer Ecstasy-Amphetamin-Mischung verabreichte, um ihn zu betäuben und zum Sex zwingen zu können. Monatelang habe der Täter die Leiche in seiner Wohnung versteckt. So wollte er den Mord offenbar verdecken.

2018 hat Marco T. noch eine weitere Tat begangen

In dem Prozess musste sich der homosexuelle Marco T., der eine italienische und eine französische Staatsbürgerschaft hat, auch noch wegen eines weiteren Falls verantworten. 2018 gab er nach Überzeugung der Richter bei einer Party einem anderen Mann ein Getränk mit K.o.-Tropfen, vergewaltigte den Bewusstlosen, machte davon 19 Fotos und 2 Videos. Später habe er sein heterosexuelles Opfer erpressen wollen. Belastend für den Angeklagten kam hinzu, dass er zu dem Tatzeitpunkt bereits HIV-positiv ist. Das Opfer hatte sich bei der Vergewaltigung nicht angesteckt. Das Gericht verhängte für alle Taten eine lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe.


Quelle: DPA / RTL.de

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