RTL-Verbraucherexperte gibt hilfreiche Tipps

Krieg könnte Hacker-Angriffe nach sich ziehen - wie Sie Ihren Router jetzt absichern sollten

Cyberangriffe häufen sich. Unser RTL-Experte gibt hilfreiche Tipps, wie man sich im Netz schützen kann und bei wem man im Notfall Hilfe findet.
Cyberangriffe häufen sich. Unser RTL-Experte gibt hilfreiche Tipps, wie man sich im Netz schützen kann und bei wem man im Notfall Hilfe findet.
© imago images/Westend61, Andrew Brookes, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

04. März 2022 - 13:35 Uhr

von Ron Perduss

Die Situation in der Ukraine birgt aktuell auch die Gefahr von vermehrten Cyberattacken. Der Krieg wird nicht nur auf dem Gebiet der Ukraine ausgeführt, sondern aktuell auch digital. Heißt: Es besteht die Gefahr, dass russische Hacker systemrelevante Einrichtungen in Deutschland und Europa attackieren. Aber auch Privatpersonen sollten sich auf vermehrte Hackerangriffe und eine steigende Cyberkriminaliät einstellen.

Lese-Tipp: Alle Infos zum Ukraine-Krieg finden Sie jederzeit im Live-Ticker bei RTL.de

Die bekanntesten Cyberangriffe

Jeder kann schnell Opfer von Internetkriminalität werden. Am schnellsten geht es, weil unsere Daten auf unsicheren Seiten eingegeben wurden. Immer häufiger tauchen beispielsweise Fake-Shops im Internet auf, die einzig allein das Ziel haben, persönliche Daten abzugreifen. Wer sorglos mit E-Mailadressen, persönlichen Informationen wie beispielsweise der Bankverbindung umgeht, kann so schnell zum Opfer von Internetbetrügern werden. Am bekanntesten sind sicherlich die gefälschten E-Mails von Banken, auf denen man aufgefordert wird, seine Onlinebanking-Informationen einzugeben. Auch per SMS versuchen die Betrüger, an unsere Daten zu kommen. Hier kennt jeder sicherlich die vermeintliche Benachrichtigung über eine geplante Paketzustellung.

Lese-Tipp: Umfrage: Mehr Nutzer von Internet-Kriminalität betroffen

Betrug via Fake-Support und WLAN-Hack

Leider häuft sich auch eine andere Betrugsmasche: So ruft ein vermeintlicher Mitarbeiter eines Software-Dienstleisters an und teilt mit, dass der Computer mit einem Virus befallen wäre. Aus der Ferne ließe sich das Problem lösen. Nach der Installation einer Fernwarte-Software haben die Betrüger dann Zugriff auf den Rechner und installieren hier wiederum eine Trojaner-Software, die alle sensiblen Daten ausspäht.

Leider ist auch der heimische WLAN-Router vor Attacken nicht sicher. Kriminelle können hier aus der Ferne durch entsprechende Software das WLAN-Passwort ermitteln und haben dann vollen Zugriff auf alle Informationen und Daten, die über das WLAN vermittelt werden. So sind Kreditkartendaten oder Informationen über andere Zahlungsdienstleister nicht mehr sicher.

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Ein Notizzettel liegt auf der Tastatur eines Computers.
Tipp vom Experten: Statt das Passwort regelmäßig zu ändern, sollte man lieber verschiedene Passwörter für seine Accounts haben.
© imago/McPHOTO, imago stock&people

Wie kann ich mich schützen?

Das Wichtigste ist, dass Sie Ihre Daten wie einen Goldschatz hüten. Fragen Sie sich immer, welche Daten Sie auf welchen Seiten freigegeben haben. Ist die Internetseite vertrauenswürdig? Müssen alle Daten übergeben werden?

Das regelmäßige Ändern des Passworts ist kein wirklich nützlicher Tipp. Denn: Es reicht eigentlich, wenn Sie ein sicheres Passwort nutzen. Hier empfiehlt es sich, entsprechende Vorschläge Ihres Systems zu nutzen, die auch zufällige Passwörter kreieren können. Es gibt hierfür aber auch Software oder Apps, die Buchstaben-, Zahlen und Sonderzeichen-Kombinationen erstellen, die schwer "zu erraten" sind.

Bei Installation eines WLAN Routers sollten Sie zwingend das Admin-Passwort ändern. Die Werkseinstellungen sind immer eine große Gefahr. Sorgen Sie für ein individuelles Passwort.

Nutzen Sie mehrere Passwörter. Einen Fehler, den viele machen: Sie haben ein Passwort für alles. Wird das dann gehackt, sind auch alle Zugänge für Betrüger offen. Sie müssen sich diese Passwörter auch nicht alle merken. Hierfür gibt es beispielsweise auch Passwortmanager.

Lese-Tipp: Das sind die vier größten Gefahren für Unternehmen

So wichtig sind regelmäßige Updates

Erkennen Sie Phishing-Mails oder SMS. Also vertrauen Sie nicht jeder Nachricht, sondern prüfen Sie, ob der Absender echt ist. Ihre Bank wird Sie nie anschreiben und um die Eingabe von Passwörtern bitten. Klicken Sie nicht jeden Link an, bevor Sie nicht sicher sind, dass der Absender vertrauenswürdig ist. Das gleiche gilt für Dateianhänge. Nur öffnen, wenn Sie dem Absender vertrauen.

Machen Sie regelmäßige Updates. Viele Sicherheitslücken, werden durch die verschiedenen Hersteller immer wieder geschlossen. Deshalb ist es wichtig, dass Ihre Software immer auf dem neuesten Stand ist.

Was sollte ich tun, wenn ich Opfer geworden bin?

Zuerst sollten Sie regelmäßig prüfen, ob Ihre Daten auch im Netz kursieren. Das geht beispielsweise auf der Seite "Have I Been Pwned" oder dem "Hasso Plattner Institute". Sollte der Ernstfall tatsächlich eingetreten sein: Ändern Sie unverzüglich die Passwörter!

Je nach Angriff gibt es verschiedene Optionen. Bei einem sichtbaren Fernzugriff auf Ihren Rechner trennen Sie unverzüglich den Rechner vom Internet. Schalten Sie den WLAN-Router aus oder ziehen Sie gegebenenfalls das Netzwerkkabel. Wenn Ihr Smartphone betroffen ist, wechseln Sie sofort in den Flugmodus.

Melden Sie sich auch sofort bei Ihrer Bank und lassen Sie EC-Karten und/oder Kreditkarten sperren, sofern auch diese Daten in Verdacht stehen, geklaut worden zu sein. Das geht beispielsweise rund um die Uhr unter der Rufnummer 116 116.

Melden Sie den Angriff der Polizei und erstatten Sie Anzeige. Diese Anzeige benötigen Sie auch im Nachgang, wenn es um die Schadensregulierung geht. Sichern Sie alle Beweise, so gut wie möglich.