BARMER Zahnreport 2021

Antibiotika können Kreidezähne bei Kindern verursachen

Antibiotika könnten eine Ursache der sogenannten Kreidezähne sein.
Antibiotika könnten eine Ursache der sogenannten Kreidezähne sein.
© dpa, Patrick Pleul, ppl aen

15. Juni 2021 - 16:40 Uhr

Acht Prozent der Kinder in Deutschland haben Kreidezähne

Fast eine halbe Million Kinder in Deutschland leiden unter den sogenannten Kreidezähnen. Das entspricht rund acht Prozent aller Sechs- bis Zwölfjährigen, die Schmerzen beim Zähneputzen beklagen oder unter porösen, bräunlich verfärbten Zähnen leiden. Dies berichtet der aktuelle Zahnreport der BARMER Krankenkasse. Anscheinend gibt es einen Zusammenhang zwischen Medikamenten und der Zahnkrankheit.

Was genau sind Kreidezähne?

Als Kreidezähne werden umgangssprachlich Zähne von Kindern und Jugendlichen bezeichnet, die unter einem Zahnschmelzdefekt leiden. Hierbei sind häufig die bleibenden Schneide- und Backenzähne betroffen, die dann porös und brüchig wie Kreide sind – deswegen auch die umgangssprachliche Bezeichnung "Kreidezähne". Folgen sind meist eine Überempfindlichkeit der Zähne sowie Schmerzen beim Kauen und beim Zähneputzen. Auch können Verfärbungen auftreten und auch Karieserkrankungen entstehen häufiger bei Kreidezähnen.

Antibiotika könnten eine Ursache der Kreidezähne sein

Über mögliche Ursachen der porösen Zähne wird momentan viel in der Forschung diskutiert. Im aktuellen Zahnreport wurde das Zusammenwirken von Antibiotika und Kreidezähnen untersucht. Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der BARMER Schleswig-Holstein betont, dass die Verordnung von Antibiotika in einem erkennbaren Zusammenhang mit dem Auftreten von Kreidezähnen stehen würde.

Der genaue Zusammenhang stehe jedoch noch nicht genau fest. Trotzdem gibt es positive Nachrichten, denn es wurden in den letzten Jahren immer weniger Antibiotika für Kinder und Jugendliche verordnet. Und auch die Corona-Krise hat ein Stück weit dazu beigetragen – durch die Abstands- und Hygieneregeln wurden weniger Kinder krank und somit wurde ebenfalls weniger Antibiotika an die jüngeren Patienten verschrieben.

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen

Mit 9,1% sind Mädchen häufiger von Kreidezähnen betroffen als Jungen mit 7,6%. Somit scheint es einen Zusammenhang zwischen dem Geschlecht des Kindes und der Zahnkrankheit zu geben.
"Die Erkrankung wird in der Regel im Kindesalter nach dem entsprechenden Zahndurchbruch ab etwa sechs Lebensjahren diagnostiziert", so Dr. Hillebrandt. Darüber hinaus haben Kinder seltener Kreidezähne, wenn die Mutter entweder in sehr jungen Jahren das Kind zur Welt gebracht hat oder schon älter war. Wenn die Mutter aber bei der Geburt zwischen 30 und 40 Jahre alt war, traten bei den Kindern häufiger Kreidezähne auf.

"Die Ernährung und regelmäßiges Zähneputzen haben auf die Entstehung keinen Einfluss"

Die Ernährung habe keinen Einfluss auf die Entstehung von Kreidezähnen. Auch verhindere regelmäßiges Zähneputzen nicht die porösen Zähne, erklärt der Landesgeschäftsführer der BARMER Schleswig-Holstein. Dies sei eine wichtige Botschaft für Eltern: "Denn sie haben nichts falsch gemacht! Sie haben nicht beim Thema Zahnhygiene der Kinder versagt", betont Dr. Bernd Hillebrandt. Die genauen Ursachen der Kreidezähne bleiben trotzdem weiterhin unklar.

Auch interessant