Kredit aufnehmen: Mit diesen Tipps entgehen Sie der Überschuldung

Mit dem Führen eines Haushaltsbuches können Sie sich Ihre Ausgaben leichter vor Augen führen.
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11. Dezember 2019 - 10:12 Uhr

Privatkredit - das sollten Sie beachten

Kredite sind eine bequeme Möglichkeit, schnell an große Summen Geld zu kommen. Das ist praktisch, wenn Sie etwa dringend einen neuen Kühlschrank brauchen oder kurzfristig eine Urlaubsreise machen wollen. Allerdings haben Darlehen einen entscheidenden Nachteil: Sie müssen zurückgezahlt werden - in der Regel mit Zinsen. Gerade bei kleineren Privatkrediten, etwa für Haushaltsgeräte und Elektronik, kann man schnell den Überblick verlieren und sich überschulden. Wir geben Tipps, wie Sie die Überschuldung vermeiden und was Sie bei der Aufnahme eines Darlehens beachten müssen.

Als überschuldet gilt jemand, der seine Kredite nicht mehr zurückzahlen kann – selbst, wenn er seinen Lebensstandard auf ein Minimum senkt. Diese Bezeichnung trifft auf ungefähr jeden zehnten Deutschen zu – mehr als 6,5 Millionen Menschen in Deutschland sind zahlungsunfähig. Die häufigsten Gründe für eine Überschuldung sind Arbeitslosigkeit oder die Trennung vom Partner, allerdings folgt danach ein falsches Konsumverhalten, sprich: Ein Leben, das man sich eigentlich nicht leisten kann und es doch mit Sofortkrediten finanzieren will.

Kein Wunder, dass jeder zweite Ostdeutsche und jeder dritte Westdeutsche sich dafür schämt, einen Ratenkredit aufzunehmen – die Aufnahme ist mit einem negativen Image behaftet. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von 'TNS Emnid' im Auftrag der Postbank. Die häufigsten Kredite werden demnach aufgenommen, um einen Autokauf oder die Anschaffung von Möbeln und Haushaltsgeräten zu finanzieren.

Wenn die Überschuldung eintrifft

Dabei kann ein Kleinkredit durchaus sinnvoll sein – solange man im Klaren ist, welche Konsequenzen er mit sich bringt. Dazu sollten Sie sich vor der Aufnahme eines Kredits prinzipiell zwei grundlegende Fragen stellen:

1. Brauchen Sie den Kredit wirklich jetzt? Wäre es nicht besser, etwas Geld zu sparen, um die gewünschte Summe – oder wenigstens eine Anzahlung – aufzubringen? Hier müssen Sie die Dringlichkeit und den Nutzen des Kredits mit dem finanziellen Risiko kalkulieren.

2. Werden Sie den Kredit zurückzahlen können? Ist am Ende des Monats bisher immer etwas Geld übrig geblieben, das jetzt für die Rückzahlung des Darlehens genutzt werden kann? Dazu sollten Sie noch einen kleinen Puffer für Notfälle hinzurechnen (zum Beispiel kaputte Haushaltsgeräte wie eine Waschmaschine). Erst, wenn Sie auf ein positives Ergebnis kommen, sollten Sie die Aufnahme eines Kredits erwägen.

Außer den oben genannten Fragen sollten Sie Ihren finanziellen Spielraum prüfen. Vermögensexperten raten meist dazu, nicht mehr als zehn Prozent des monatlichen Einkommens für Kreditbelastungen einzuplanen. Ihre monatlichen Fixkosten, also die Aufwände, die immer konstant bleiben (Miete, Versicherungen, Telefon und Internet sowie Kredite) sollten darüber hinaus nicht zwei Drittel des Einkommens überschreiten.

Um eine Übersicht über die Ausgaben zu behalten, können Sie ein Haushaltsbuch anlegen, wo Sie alle Ihre Ausgaben aufschreiben. Das wird Ihnen die Berechnung der fixen und variablen Kosten erleichtern und möglicherweise Posten aufzeigen, an denen Sie sparen können.

Wenn Sie merken, dass das Geld knapp wird und Sie die Kredite nicht mehr zurückzahlen können, sollten Sie so schnell wie möglich reagieren und sich an eine Schuldnerberatung wenden. Diese kann Ihnen helfen, Ihre Schulden in den Griff zu bekommen und unterstützt Sie im Zweifel auch finanziell, wenn Sie Ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst bezahlen können.