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Kommentar zum G7-Gipfel in Elmau: Diese Show ist gut!

"Die G 7 waren lange nicht so wertvoll wie heute"

G7-Gipfel in Elmau: Diese Show ist gut!

Nikolaus Blome in Elmau beim G7-Gipfel
RTL/ntv-Politikchef Nikolaus Blome in Elmau (Bayern) beim G7-Gipfel
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Ein Kommentar von Nikolaus Blome

Die sieben Staaten vom G-7-Gipfel in Elmau waren einst die mit Abstand wirtschaftlich wichtigsten und mächtigsten der Welt. Heute stehen sie für weniger als 45 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft und auch nur noch für rund jeden Zehnten aller Menschen, die auf der Welt leben. Die G 7 sind also nicht mehr das Große und Ganze, sie sind eine Koalition der Wichtigen oder ein Club der Gleichgesinnten – und es gibt längst auch andere Clubs, die wichtig sind. Aber ein entscheidender Unterschied bleibt und zählt: Die G 7 sind und bleiben die einzige Gruppe, in deren nationalen Grenzen die Menschen frei sind, die Gesellschaften so offen wie lernfähig und jeder Einzelne seines Glückes Schmied.

Und genau das ist so viel wie wert wie ganz lange nicht. Es ist nicht gratis. Es ist nicht selbstverständlich, nicht einmal in Europa. Der Ukraine-Krieg lehrt es uns.

Zugegeben, der Aufwand ist fast aberwitzig groß: 180 Millionen Euro Kosten, 18.000 Polizisten im Einsatz, ein komplett abgesperrtes Bergtal. Und dann noch sieben Männer in einem verschrobenen Luxushotel, die mehr als zwei Tage lange schöne Fotos von sich machen lassen. Ja, so kann man den G-7-Gipfel in Elmau alles in allem auch sehen und verstehen. Aber es wäre so falsch wie ganz lange nicht.

Diese Gipfelshow muss sein.

Politikchef Nikolaus Blome zur Rolle Scholz' in Elmau ntv-Talk zum G7-Gipfel
03:15 min
ntv-Talk zum G7-Gipfel
Politikchef Nikolaus Blome zur Rolle Scholz' in Elmau

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Wichtig: Wehrhafter Zusammenhalt, der nicht mehr selbstverständlich schien

Ob es eine gute Show ist, ob die Ergebnisse überzeugen - das mögen die Bürger und Betrachter nach Abschluss beurteilen. Aber die Show der Guten ist es in jedem Fall. Und deren Treffen, deren postkartenschöne Bilder von Gemeinsamkeit und Geschlossenheit dokumentieren einen wehrhaften Zusammenhalt, der nicht mehr selbstverständlich schien. Das ist wichtig. Denn dass er nicht mehr selbstverständlich schien, ist leider einer der Gründe, warum Wladimir Putin dachte, er könne ungestraft die Ukraine überfallen.

Die starken Demokratien feiern sich selbst in der Idylle von Elmau. Warum denn nicht? Die Ukrainer und wer weiß, wie viele Hundert Millionen Menschen rund um den Globus würden es ja ebenso feiern, wenn bei ihnen solche politische und wirtschaftliche Verhältnisse herrschten, wie sie in den Staaten der G 7 ganz überwiegend herrschen. Die G 7 waren lange nicht so wertvoll wie heute. Weil alles, wofür sie stehen und was sie ausmacht, plötzlich so wertvoll scheint wie lange nicht. Sich dessen nach allen Regeln der Kunst (und Show) vor aller Augen zu vergewissern – das ist es wert.