Kokosöl und Kokosmilch im Öko-Test

Viele Kokosöle mit Mineralöl belastet - fünf fallen durch

Wie gesund ist Kokosöl eigentlich?
© iStockphoto

30. Januar 2020 - 14:48 Uhr

Kokosöl und Kokosmilch im Öko-Test

Die Kokosnuss steht nicht nur für Genuss - der Verzehr von Kokosprodukten soll auch viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Doch bevor zugegriffen wird, sollte bedacht werden, dass sich darin nicht selten Schadstoffe finden. Öko-Test hat Kokosöl und Kokosmilch getestet - und vergibt fünf Mal ein "mangelhaft".

DGE rät eher zu Rapsöl als zu Kokosöl

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist übrigens keine der Behauptungen, die rund um die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Kokosnuss kursieren, wissenschaftlich bewiesen. Im Gegenteil: Aufgrund des hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren sei Kokosöl nicht das Fett der Wahl für den täglichen Gebrauch. Die DGE rät eher zu Rapsöl in der Küche, weil es ein sehr günstiges Fettsäuremuster aufweist. Dabei gibt es Völker, deren Ernährung zu 20 Prozent aus den gesättigten Fetten der Kokosnuss besteht - und die zählen zu den gesündesten Bewohnern dieses Planeten. Wie auch immer, in Maßen genossen hat die Kokosnuss sicherlich noch niemandem geschadet.

Das ist der Unterschied zwischen Kokosmilch und Kokosöl

Der Qualität der Produkte ist Öko-Test auf den Grund gegangen und hat 20 Kokosöle beziehungsweise Kokosmilch zu Preisen von 0,41 Euro bis 2,99 Euro pro 100 ml untersucht. Zur Unterscheidung: Kokosmilch besteht aus gepresstem Kokosnussfleisch und Wasser. Sie bringt Kokosaroma in Currys, Eintöpfe oder Suppen und eignet sich auch als rein pflanzlicher Sahneersatz. Kokosöl dagegen wird aus dem getrockneten Fruchtfleisch der Kokosnuss gepresst.

Unterschiede gibt es zwischen nativem und thermisch behandeltem Öl. Natives Öl riecht und schmeckt nach Kokos, es wurde nicht erhitzt. Thermisch behandeltes Öl ist geschmacksneutral. Der Vorteil von Kokosöl: Es lässt sich hoch erhitzen und ist damit, anders als etwa Raps- und Olivenöl, auch hohen Temperaturen beim Braten oder Frittieren gewachsen.

Fünf Kokosöle sind mangelhaft

Von der Hälfte der Öle rät Öko-Test wegen problematischer Mineralölbestandteile ab. Fünf davon fallen mit "mangelhaft" durch: das "Alnatura Kokosöl Neutral", "Bio Planète Kokosöl Nativ", "Rewe Bio Kokosöl Nativ, Naturland", "Schneekoppe Kokosöl, nativ kaltgepresst" und das "Palmin 100 Prozent reines Kokosöl, geschmacksneutral".

Dagegen sind satte zehn Kokosprodukte mit "sehr gut" empfehlenswert. Unter anderem sind dies das "Bio Zentrale Öl Kokos Nativ kaltgepresst" (2 Euro pro 100 ml), "Borchers Bio Kokos-Öl, kaltgepresst, Fairtrade" (1,55 Euro pro 100 ml) und "Rapunzel Kokosöl Nativ, Hand in Hand" (1,27 Euro pro 100 ml).

Kein Mineralöl in getesteter Kokosmilch

Bei der Kokosmilch hingegen können Verbraucher unbesorgt zum Beispiel zu nachfolgenden Produkten greifen: "Bio Gourmet Kokosmilch" (0,87 Euro pro 100 ml), "Dennree Kokosmilch" (0,50 Euro pro 100 ml) und die "Dm Bio Kokosmilch, Naturland" (0,41 Euro pro 100 ml) wurden alle mit "sehr gut" bewertet. Und auch sehr gut zu wissen: Alle Kokosnussmilchsorten im Test sind frei von Mineralöl.


Die weiteren Ergebnisse von Öko-Test können Sie hier nachlesen.

Wollen Sie Kokosmilch lieber einmal selbst machen? Ein Rezept für DIY-Kokosmilch finden Sie hier.