Klitschko: "Pianeta wird Weltmeister"

05. Mai 2013 - 13:21 Uhr

Technischer K.o. in der 6. Runde, der Gegner schafft es kaum zurück auf die Beine - ein klarer Sieg für Wladimir Klitschko gegen einen unterlegenen Gegner, sollte man meinen... Doch schaut man genauer hin, schlug sich Francesco Pianeta wirklich achtbar gegen Dr. Steelhammer - was auch Klitschko nicht verborgen blieb.

Francesco Pianeta ist für Wladimir Klitschko der kommende Champion.
Francesco Pianeta ist für Wladimir Klitschko der kommende Champion.
© dpa, Uwe Anspach

"Heute hat Francesco viel gelernt. Eines Tages wird er Weltmeister sein", adelte Klitschko seinen Kontrahenten noch im Ring und attestierte ihm, er habe "mit den stärksten Schlägen geschlagen, die ich je erlebt habe". Pianeta selbst war jedoch untröstlich: "Es war eine Scheiß-Leistung" – viel mehr brachte er gegenüber den 13.500 Zuschauern in der ausverkauften SAP Arena nicht über die Lippen.

Dabei hatte der Rechtsausleger den Kampf recht couragiert begonnen: Für die 1. Runde ermittelte eine neu von RTL eingeführte Schlagstatistik bei 23 Schlägen Pianetas 8 Treffer und damit genau so viele wie Wladimir Klitschko, der 53 Schläge austeilte. In der 3. Runde landete der Deutsch-Italiener bei 22 Schlägen insgesamt sogar 9 Treffer, während der Champion bei 69 Schlägen nur 7 Treffer erzielte. Doch spätestens mit dem ersten Niederschlag in der 4. Runde war Pianetas Kämpferherz offensichtlich gebrochen: Ganze 4 Treffer konnte er bei nur 17 Schlägen in Runde 4 landen (Klitschko: 64 Schläge, 13 Treffer), in der 5. Runde waren es bei 18 Schlägen sogar nur noch 3 Treffer (Klitschko: 77 Schläge, 11 Treffer).

Insgesamt zählten die RTL-Scouts 404 Schläge von Wladimir Klitschkos, davon 93 mit der Rechten und 311 mit der linken Führhand. Bei Rechtsausleger Francesco Pianeta wurden 126 Schläge ermittelt, davon 77 mit der Führhand und 49 mit der linken Schlaghand. Pianeta traf 16 Mal Klitschkos Kopf und 21 Mal seinen Körper, während auf der anderen Seite Klitschko 67 Mal den Kopf und nur 11 Mal den Körper traf. Das war sogar Vitali Klitschko ein bisschen zu wenig. "Meiner Meinung nach kann Wladimir ein bisschen mehr auf den Körper gehen", kritisierte er seinen Bruder vorsichtig im RTL-Studio.

Vitali denkt über Stiverne nach

Vitali Kltischko stand seinem Bruder wieder einmal mit Rat und Tat zur Seite.
Vitali Kltischko stand seinem Bruder wieder einmal mit Rat und Tat zur Seite.
© REUTERS, KAI PFAFFENBACH

Auf seine eigene sportliche Zukunft angesprochen, hielt sich der 41-Jährige, der als Abgeordneter einen Sitz im ukrainischen Parlament hat, noch bedeckt: "Ich bin sehr glücklich, dass ich Weltmeister des renommierten WBC bin. In den nächsten paar Wochen muss ich nun eine Entscheidung treffen, ob ich zu einer Pflichtverteidigung gegen Bermane Stiverne antrete. Wir müssen alle Geduld haben."

Darauf angesprochen, ob er derzeit neben seiner politischen Arbeit überhaupt Zeit zum Training habe, versicherte der WBC-Weltmeister, er verbringe jeden Morgen ein paar Stunden im Fitnessstudio. "Wenn ich gesund bin, kann mich keiner schlagen." Sollte er weiterboxen, sei während der parlamentarischen Sommerpause auch ein Trainingscamp in gewohnter Umgebung in Österreich denkbar: "Nichts ist unmöglich. Wenn es zum Kampf kommt, muss ich eben meinen Urlaub in Going machen."