Wer profitiert von der Ampelkoalition?

Bis zu 700€ mehr für Einkommensschwache

Was bleibt im Geldbeutel, wenn die Ampel übernimmt?
Was bleibt im Geldbeutel, wenn die Ampel übernimmt?
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13. Dezember 2021 - 9:40 Uhr

Wie viel bleibt im Geldbeutel?

Der Koalitionsvertrag ist unterschrieben. SPD, Grüne und SPD bilden die künftige Bundesregierung Deutschlands. Das bedeutet auch, dass sich für die Bürger einiges ändern wird. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat für die "Süddeutsche Zeitung" ausgerechnet, was dieser Richtungswechsel für den Geldbeutel eines jeden Bürgers bedeutet.

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Veränderung für Einkommen bis zu 20.000 Euro und höherer Mindestlohn

Die zentrale Erkenntnis des Beitrags: Am meisten profitieren die Menschen, die bisher am wenigsten haben. Also Bürger in Haushalten, die höchstens 20.000 Euro brutto im Jahr verdienen. Das entspricht grob dem derzeitigen Mindestlohn.

  • Diese Gruppe kann mit 700 Euro mehr Geld rechnen. Das wären sechs Prozent mehr als derzeit. Der Grund: Der Mindestlohn.

Der soll in den nächsten Jahren auf 12 Euro erhöht werden. Dadurch sollen bis zu zehn Millionen Bürgern besser bezahlt werden.

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Das ändert sich für Einkommen zwischen 30.000 und 80.000 Euro

  • Wer 30.000 bis 80.000 Euro verdient, kann insgesamt über zusätzlich 1.000 bis 1.300 Euro im Jahr verfügen.
  • Dabei spielen unter anderem der höhere Sparerpauschbetrag und die veränderten Abzugsmöglichkeiten der Rentenbeiträge eine Rolle.

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Kindergrundsicherung: Davon profitieren Familien

Eines ist klar: Die Ampelkoalition will vor allem finanzielle Anreize für Familien schaffen.

  • Eltern winke gerade durch die Kindergrundsicherung ein ansehnliches Finanzplus. Insgesamt 2.330 Euro jährlich im Schnitt für Alleinerziehende, 3.010 Euro für Paare.

Auch Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip stellt im RTL-Interview zu den Plänen der Bundesregierung klar: "In der Tendenz bedeutet es, dass Familien – also Paare oder Einzelne mit Kindern – vor der Steuer besser behandelt werden als heute." (xst)

Kreditpläne für 2022 Stand jetzt ausreichend

Natürlich stellt sich auch die Frage, wie diese Vorhaben finanziert werden sollen. Der Bund wird jedenfalls nach Einschätzung des designierten Finanzministers Christian Lindner im kommenden Jahr nicht mehr Kredite aufnehmen müssen als bisher geplant.

Die Finanzplanung des bisherigen Ministers Olaf Scholz (SPD) sei vorausschauend gewesen und enthalte auch Reserven für Unvorhergesehenes während der Corona-Pandemie, sagte Lindner. Nach derzeitigem Stand sei die Planung daher auskömmlich.

Scholz hatte geplant, im kommenden Jahr wegen der anhaltenden Corona-Krise noch einmal 99,7 Milliarden Euro an neuen Schulden aufzunehmen. Dafür soll erneut die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden. Ab 2023 soll die Schuldenbremse dann laut Lindner wieder eingehalten werden.