Studie: Unterschied zwischen Arm und Reich wird immer größer

Kein Geld mehr für Zoobesuch: So viel geben Eltern für ihre Kinder aus

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7. August 2019 - 10:02 Uhr

Kinder können kaum am sozialen Leben teilnehmen

Ein Kinobesuch oder ein Eis zwischendurch - für arme Familien ist das oft nicht drin. Eine Studie zeigt, wie viel Geld Eltern mit unterschiedlichem Einkommen für ihre Kinder investieren. Vor allem geht es um Bildung und Freizeit - Bereiche, die für das soziale Leben der Kinder wichtig sind. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede.

Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer

Die Studie der Forschungsstelle des Paritätischen Gesamtverbands zeigt die Kluft zwischen armen und reichen Familien. Die Leidtragenden sind oft die Kinder. Es wurde geschaut, wie viel Geld den Familien zur Verfügung stand und welchen Teil sie davon für ihre Kinder ausgaben.

Insgesamt ist der Konsum beim obersten Drittel der Bevölkerung gewachsen, bei ärmeren Familien sah es hingegen anders aus. Die ärmeren Kinder werden immer ärmer, sagt der Paritätische Gesamtverband.

Die zehn Prozent mit dem wenigsten Einkommen konnten 2013 monatlich nur 364 Euro für ein Kind ausgeben. Bei den reichsten zehn Prozent waren es hingegen 1.200 Euro pro Kind. Durchschnittlich konnten Familien 600 Euro für ein Kind ausgeben.

Kein Geld für Spielzeug und Zoobesuche

Der Unterschied bei den Ausgaben zeigt sich besonders bei Freizeitaktivitäten. Dies betrifft Zoobesuche, Eis auf Ausflügen, Konzertbesuche, Spielzeug oder Kindertheaterbesuche. Ärmere Haushalte müssen da besonders sparen.

Die ärmsten Haushalte haben laut der Studie nur 44 Euro pro Monat für ein Kind ausgegeben. Dieses Geld ist schnell aufgebraucht, wenn man betrachtet, dass Musikunterricht für 30 Minuten durchschnittlich schon fast 60 Euro kostet. Oder auch ein Zoobesuch schlägt mit neun Euro (Bsp. Kölner Zoo) pro Kind zu Buche. Im starken Kontrast stehen dazu die Ausgaben der Gutverdiener-Eltern, sie gaben 257 Euro monatlich aus. Also fünf Mal mehr als die ärmsten Familien. Der Durchschnitt liegt bei 123 Euro.

Die Forscher fordern mehr Sozialleistung für arme Familien mit Kindern, wie zum Beispiel eine existenzsichernde Kindergrundsicherung. Sonst würden ärmere Kinder vom sozialen Umfeld immer mehr ausgeschlossen. Bisherige Maßnahmen würden nicht ausreichen.

Ausgewertet wurden Einkommens- und Verbrauchsstichproben des Statistischen Bundesamts von 2003 bis 2013.