Die Pappkartons waren schon völlig durchweicht

Kaninchen in Kartons in Kölner Futterspendenbox ausgesetzt

17. September 2019 - 16:21 Uhr

Zwei verängstigte Kaninchen statt Futterspenden

Manchmal fragt man sich wirklich, was in Menschen vorgeht. In einem Tierheim in Köln fand ein Mitarbeiter bei seinem morgendlichen Rundgang zwei aufgeweichte Transportkartons in der Spendenfutterbox des Tierheims. Darin befanden sich zu seinem Schrecken nicht - wie eigentlich vorgesehen - Futterspenden für die Tierheim-Tiere, sondern zwei verängstigte Kaninchen.

"Da hat wohl jemand den Sinn einer Futterspendenbox nicht verstanden", schreiben die aufgebrachten Mitarbeiter des Tierheims in ihrem Facebook-Post, in dem sie die Geschichte öffentlich machen. Jetzt päppeln die Tierheim-Mitarbeiter die beiden verstörten Kaninchen wieder auf und suchen ein neues Zuhause für die beiden. Im Video können Sie sehen, wie sich die beiden puscheligen Langohren zaghaft über ihre neugewonnene Freiheit freuen.

Suche nach einem neuen liebevolleren Zuhause

Eigentlich dienen die Futterspendenboxen aus Metall, die vor dem Haupteingang des Kölner Tierheims aufgestellt sind, dafür, dass tierliebe Menschen Futterspenden für die Bewohner des Tierheims spenden können. Doch diese Möglichkeit wurde in diesem Fall gründlich missbraucht. Ein Mitarbeiter wurde auf die beiden Transportkartons aufmerksam und entdeckte den mitleiderregenden Inhalt. "Die Kartons waren durchweicht. Nicht mehr lange und die beiden hätten auf dem blanken Gitter gesessen, üble Verletzungen garantiert", so das Tierheim. 

Die beiden - noch relativ jungen - Kaninchen saßen in zwei getrennten Pappboxen, sie sind sich aber gut bekannt, da ist sich Gunda Springer vom Tierheim Köln Zollstock sicher. Sobald sie aus ihrem durchweichten Gefängnis befreit wurden, kuschelten sie miteinander und legten sich zusammen. Ein klares Zeichen dafür, dass sich das kastrierte Böckchen und die kleine Kaninchen-Dame schon gut kannten.

"Der Gesamtzustand der beiden ist sehr gut. Sie weisen keinerlei Vernachlässigung oder Verletzungen auf", so Gunda Springer. Um so fassungsloser ist man bei dem Gedanken, dass Besitzer es offensichtlich für eine gute Möglichkeit halten, ihre Tiere auf so eine Art und Weise loszuwerden. Und das ist keinesfalls ein Einzelfall, berichtet Springer. "Wir finden immer mal wieder am Straßenrand abgestellte Pappkartons mit Kaninchen drin. Oder die Tiere werden einfach über den Zaun von Schrebergärten geworfen, vermutlich in der Annahme, den Tieren ginge es dort gut." Aber das ist definitiv nicht der Fall. "Das Aussetzen eines Tieres geht gar nicht, weder irgendwo draußen noch in einer Spendenbox".

​Jetzt ist das Kölner Tierheim auf der Suche nach einem neuen Zuhause für das kleine Kaninchenpaar. Hoffentlich bei Menschen, die den Tieren die nötige Liebe und Respekt entgegenbringen.