16. März 2018 - 13:43 Uhr

Der Gendefekt hätte schwere Herzrhythmusstörungen hervorgerufen

Es ist ein Meilenstein in der DNA-Forschung: Erstmals haben Forscher ein defektes Gen aus menschlichen Embryonen entfernt. Ethisch ist so ein Eingriff jedoch höchst umstritten: Einerseits ist es ein bedeutender Schritt im Kampf gegen Erbkrankheiten - andererseits aber auch ein gefährlicher Weg Richtung Designer-Baby.

Genschere als Chance gegen Erbkrankheiten

Wissenschaftler der amerikanischen Oregon Health and Science University hatten mit Hilfe einer so genannten Genschere namens CRISPR-Cas9 das defekte Gen ausgetauscht und durch einen fehlerfreien DNA-Abschnitt ersetzt. Das defekte Gen hätte im späteren Leben schwere Herzrhythmusstörungen hervorgerufen.

Details ihrer Arbeit veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift 'Nature': Sie nahmen die Eizellen von gesunden Frauen und befruchteten sie mit dem Sperma eines Mannes mit dem Gendefekt. Dann setzten sie die Genschere ein. Bei 72 Prozent der Embryonen gelang es, den Fehler zu entfernen. Ziel sei allerdings, auf 90 oder sogar 100 Prozent zu kommen, so der Co-Autor Shoukhrat Mitalipov. Die Embryonen, die für die Studie eingesetzt wurden, waren nur wenige Tage alt und wurden nur für reine Forschungszwecke genutzt.

Eingriff in die DNA ethisch umstritten

Mit dem Verfahren könne man zukünftig genetische Krankheiten verhindern, argumentiert das Forscher-Team in seiner Arbeit. Jedoch seien weitere Studien und auch eine ethische Debatte nötig, bevor es klinische Versuche geben könne. Kritiker befürchten, dass in Zukunft 'Designerbabys' mit bestimmten genetischen Merkmalen 'bestellt' werden könnten.