Methode, um die Finanzen in den Griff zu bekommen

Kakebo - das Spar-Geheimnis der Japaner

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20. November 2019 - 15:53 Uhr

In Fernost lernen schon Kinder per Kakebo den Umgang mit Geld

Wenn die Japaner etwas so richtig draufhaben, dann ist es Disziplin. Und die braucht man beim Sparen. Was also liegt näher, als sich in Sachen Finanzen an den Japanern ein Beispiel zu nehmen? Dort lernen schon Kinder die Geheimnisse des Geldes - in der Regel mit Hilfe einer ganz bestimmten Methode: Kakebo. Ausgesprochen wird der Begriff "Ka - kei - bo", und er bedeutet nichts anderes als Haushaltsbuch. "Moment mal, das kennen wir doch auch von Oma und Opa", werden Sie jetzt sagen. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied.

von Sebastian Priggemeier

So funktioniert Kakebo

Kakebo ist eher ein Lebensstil, keine reine Einnahmen- und Ausgaben-Kladde wie die deutsche Variante. Die fernöstliche Sparmethode formt angeblich nicht nur den Kontostand, sondern auch den Charakter und gibt dem Sparer Selbstvertrauen. Wer seine Geldströme kontrolliert, wird sicherer, baut Stress ab und innere Stärke auf, heißt es im Buch "Kakebo"*, das im NGV-Verlag erschienen ist. Ganz nebenbei sind zwischen bei disziplinierter Umsetzung 20 und 30 Prozent Spar-Potenzial im Alltag drin. Mehr Geld im Portemonnaie, weniger Stress - klingt nach einem Konzept, das sich lohnt.

Wie Kakebo geht? Keine Sorge, es ist ganz simpel:
Notieren Sie jeden Tag alle Ausgaben (am besten abends vor dem Schlafengehen mit einer Tasse Tee die Kassenzettel checken). Ob Sie die Zahlen in eine kostenlose Excel-Tabelle eintragen oder in ein Kakebo-Buch zum Selbstausfüllen, bleibt Ihnen überlassen.

Ihre Ausgaben teilen Sie in folgende Kategorien ein:

  • Unverzichtbare Ausgaben - wie Lebensmittel, Tanken, Handy-Kosten
  • Wünschenswertes - Dinge, auf die Sie nicht verzichten möchten
  • Kultur und Freizeit - logisch: Kino-Tickets, der Ausflug in den Zoo und Ähnliches
  • Extras und Unvorhergesehenes - Auto kaputt, Handy aufs Display gefallen und gesplittert...

Ganz unten in der Liste - unter dem berühmten Strich - steht die Summe der Tages-Ausgaben. Montag 45 Euro, Dienstag 37 Euro und so weiter und so fort. Jeden Sonntag rechnen Sie dann mit Hilfe der Notizen aus, wie viel Geld Sie innerhalb der Woche insgesamt eingenommen und ausgegeben haben (die 2-Euro-Sparmethode hilft, Ihr Geld zu schützen).

Wissen, wo das eigene Geld versickert und ganz wichtig: reagieren

Japaner sparen mit Kakebo
Mit der Kakebo-Sparmethode lässt sich ordentlich Geld beiseite legen
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Ihnen fehlt die Zeit, um tagtäglich Notizen zu machen? Dann nehmen Sie sich vor, wenigstens ein bis zwei Mal pro Woche die Kästchen auszufüllen. Ziel ist, sich einen Überblick über die Geldströme zu verschaffen (einen ausführlichen Geld-Masterplan mit Schritt-für-Schritt-Spar-Anleitung finden Sie hier). Durch regelmäßige Eintragungen sehen Sie schwarz auf weiß, wo Ihr Geld versickert und erkennen verschwenderische Angewohnheiten, die richtig viel kosten.

Kassensturz am Ende des Monats
Schon klar, abgerechnet wird am Schluss. Nach vier Wochen ziehen Sie Bilanz.
Wichtige Fragen:

  • Wie viel Geld hatten Sie am Monatsanfang zur Verfügung - und wie viel davon haben Sie ausgegeben?
  • Wie viel Geld haben Sie gespart?
  • Was waren die größten Geldfresser - und lassen sich diese Ausgaben kürzen?
  • Gibt es Dinge, die Sie im nächsten Monat anders oder besser machen können?

Die Antworten auf diese Fragen notieren Sie im Kakebo und legen Ziele für den neuen Monat fest (dabei hilft die 50-30-20-Regel). Erreichen Sie die Ziele, gönnen Sie sich eine kleine - im besten Fall günstige - Belohnung. Das steigert die Motivation und macht Lust auf mehr.

Weitere Spar-Tricks für den Alltag:
Mit der Umschlag-Methode ein Finanzpolster aufbauen
Der Latte-Faktor: Wie aus Kleingeld 10.000 Euro werden

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