Jede 14. neue Eheschließung gleichgeschlechtlich

Dank „Ehe-für-alle“-Gesetz: Sie können sich endlich trauen - und das tun sie auch!

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19. August 2019 - 13:02 Uhr

Jahrzehntelanger Kampf wird belohnt

Jahrzehntelang haben Verbände, Politiker, Interessengruppen und Prominente für die gleichgeschlechtliche Ehe gekämpft. Am 1. Oktober 2017 wurde der lange Kampf endlich belohnt: Der Bundestag verabschiedete das sogenannte "Ehe-für-alle"-Gesetz. Nun zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes, dass das Gesetz viele neue gleichgeschlechtliche Eheschließungen zur Folge hatte.

Sehr viele Umwandlungen von eingetragenen Partnerschaften

Nach den neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden seit der Verabschiedung des Gesetzes bis Ende 2018 insgesamt 449.466 neue Ehen geschlossen. Darunter waren 32.904 neue Ehebündnisse gleichgeschlechtlich: 16.766 Ehen wurden unter Männern geschlossen, 16.138 zwischen Frauen. 21.477 Paare haben dabei ihre bisherige eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umgewandelt. Damit war jede 14. Ehe in diesem Zeitraum gleichgeschlechtlich.

Merkel stimmte damals mit „Nein“

Die eingetragene Lebenspartnerschaft galt bei gleichgeschlechtlichen Paaren immer als Ehe zweiter Klasse - fast alle Pflichten der normalen Ehe, aber weniger Rechte. Bundeskanzlerin Angela Merkel war nie eine Befürworterin der Ehe für alle. Allerdings empfahl sie vor der Abstimmung im Bundestag jedem Abgeordneten, nach dem eigenen Gewissen zu entscheiden. Merkel selbst stimmte bei der Abstimmung mit Nein.