Emotionale Ausnahmesituation im Camp

Bei Jana URKRAFT Pallaske setzte die Periode aus - Mediziner: "Magersucht ist brandgefährlich"

"Ich bin mit 19 fast an Magersucht gestorben" Janas emotionales Geständnis im Dschungelcamp
04:22 min
Janas emotionales Geständnis im Dschungelcamp
"Ich bin mit 19 fast an Magersucht gestorben"

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von Lauren Ramoser

An Tag 7 im australischen Dschungel bricht Jana URKRAFT Pallaske zusammen. Auslöser für das emotionale Gespräch mit Mitcamper Papis ist ein Streit um Speiseöl, denn das triggert Janas Magersucht und damit ein intimes Thema: ihren Kinderwunsch. Für Mediziner Dr. Christoph Specht ist das eine „brandgefährliche“ Situation.

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Im Video sehen Sie die ganze Szene und Janas schweres Gespräch mit Papis in voller Länge.

Vor über 20 Jahren litt Jana Pallaske an Magersucht - das hat bis heute Auswirkungen

Jana URKRAFT Pallaske gesteht Papis Loveday unter Tränen: Sie leidet unter Magersucht, wäre mit 19 Jahren fast daran gestorben.
Jana URKRAFT Pallaske gesteht Papis Loveday unter Tränen: Sie leidet unter Magersucht, wäre mit 19 Jahren fast daran gestorben.
RTL

„Ich bin mit 19 fast an Magersucht gestorben“, erzählt Jana URKRAFT Pallaske Mitcamper Papis. Auslöser für diese emotionale Beichte war der Streit der Camper um das Speiseöl. Jana ist in Sorge, dass die wenigen Kalorien im Camp für ihren Körper zum Problem werden, sie die Magersucht quasi triggert.

Laut Mediziner Dr. Christoph Specht sei das eine absolut berechtigte Sorge, denn es sei für Betroffene sehr schwer, wirklich von der Magersucht loszukommen. „Das schaffen nur ganz wenige“, erklärt der Mediziner im Gespräch mit RTL und macht deutlich: „Nur ein Viertel der Betroffenen kommt wirklich davon los.“ Rund die Hälfte der einmal Betroffenen bleibe immer im Strudel der Krankheit gefangen. „Bei irgendwelchen Schwierigkeiten kommt das wieder“, so Dr. Specht. Und genau eine solche Situation könne jetzt bei Jana eintreten, die sich vor dem Essensmangel im Camp fürchte.

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Und ein weiteres Viertel sterbe an der Magersucht oder ihren psychischen Folgen. „Die Anorexie ist die psychische Erkrankung mit der höchsten Sterberate“, warnt der Mediziner. „Die Krankheit ist wirklich der pure Horror.“ Bis heute gebe es keine Medikamente, die den Auslöser einer Magersucht bekämpfen können.

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Magersucht lässt die weibliche Periode oft über Jahre ausfallen

„Das Ausbleiben der Periode bei Frauen mit Magersucht ist ein Schutzmechanismus des Körpers“, erklärt Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht. Eine Schwangerschaft sei für den weiblichen Körper sehr anstrengend, so Dr. Specht. „Wenn jetzt eine Anorexie, also eine Magersucht, vorliegt, dann sind sehr viele Stoffwechselprozesse rudimentär gestellt. Es funktioniert also fast alles nicht mehr richtig. Der Körper wäre gar nicht in der Lage, ein Kind auszutragen.“

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Selbst wenn die Betroffenen, wie Jana, die Krankheit erfolgreich bekämpfen, dauere es unter Umständen Jahre, bis sich eine Regelblutung wieder einstellt. Laut Jana liegt ihre Magersucht schon über 20 Jahre zurück, vor drei Jahren habe sie dann erneut wenig gegessen. Ihre Periode sei in der Folge ausgeblieben. „Das ist absolut glaubhaft“, bestätigt Dr. Specht.

Für Jana kommt dieses Gefühl der Angst jetzt wieder hoch – getriggert durch die Angst vor zu wenig Essen im Camp. „Und ich wollte halt noch Kinder haben“, erzählt die heute 43-Jährige unter Tränen. „Jetzt habe ich zwei Jahre gekämpft und jetzt sind sie seit ein paar Monaten wieder da. Jetzt mache ich mir halt Sorgen. Ich wusste nicht, dass es so schlimm ist hier mit dem Essen. Ich will das nicht mehr riskieren. Aber ich schaffe das schon!“

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Hier finden Betroffene von Magersucht Hilfe

Essstörungen gehören zu den häufigsten chronischen Krankheiten. Von etwa Tausend Mädchen und Frauen erkranken laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Laufe ihres Lebens durchschnittlich etwa 19 an Bulimie und 14 an Magersucht. Jungen und Männer sind deutlich seltener betroffen. Erschreckende Zahlen, die klar machen, wie wichtig es ist, Betroffenen zu helfen. Der oft einzige Ausweg sind professionelle Beratungsstellen.