Von Vater und Verwandten auf die Straße gezerrt

Mädchen (12) in Italien vergewaltigt - Polizei rettet Täter vor Lynchmord

Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter vor Ort fest. (Symbolbild)
Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter vor Ort fest. (Symbolbild)
© ZUMAPRESS.com | LaPresse / Roberto Monaldo, LaPresse / Roberto Monaldo

26. August 2021 - 8:43 Uhr

Drama in Italien: Zwölfjährige von Nachbarn (30) vergewaltigt

Ein zwölfjähriges Mädchen aus dem italienischen Bologna soll von einem 30-jährigen Nachbarn vergewaltigt worden sein, wie italienische Medien berichten. Als der Vater des Mädchens davon erfuhr, trommelte er Verwandte und Bekannte zusammen, gemeinsam zerrten sie den Mann aus dessen Wohnung auf die Straße. Offenbar in letzter Minute konnte die Polizei einen Lynchmord verhindern.

Bologna: Missbrauchtes Mädchen (12) wandte sich an ihren Vater

Die Zwölfjährige sei immer ein glückliches und lebensfrohes Mädchen gewesen. Dann plötzlich sagte sie tagelang kein Wort mehr, war verängstigt und seltsam, berichtet die italienische Zeitung "Corriere di Bologna" am Montag. Als ihr Vater skeptisch wurde, fragte er seine kleine Tochter, was denn los sei?

Ihre Antwort löste einen Sturm der Entrüstung aus: Sie sei von einem 30-jährigen Mann aus der Nachbarschaft missbraucht worden.

Anwohner riefen die Polizei

Umgehend rief der Vater am Samstagmorgen eine "Schar an Freunden und Verwandten" zusammen und ging mit der Menge zum Haus des 30-Jährigen, wie die Zeitung berichtet. Dort angekommen, klingelte er beim Nachbarn. Als er die Tür öffnete, sollen sie ihn auf die Straße gezogen und brutal auf ihn eingeprügelt haben, heißt es in den italienischen Medienberichten.

Dutzende Anwohner sollen die Szene beobachtet und die Polizei alarmiert haben. Wenige Minuten später seien die Beamten eingetroffen und hätten den Prügel-Tod des mutmaßlichen Täters noch verhindern können.

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Bologna: Polizei nimmt verletzten Vergewaltiger (30) fest

Laut "Corriere di Bologna" sei der mutmaßliche Sexualstraftäter noch vor Ort festgenommen und mit Verletzungen auf die Polizeiwache gebracht worden. Die Beamten sollen daraufhin ein Video der Vergewaltigung auf dem Smartphone des Mannes gefunden haben.

Seine unfassbare Rechtfertigung: "Sie war einverstanden, wenn sie es nicht gewollt hätte, hätte ich nichts getan", zitiert ihn die Zeitung "La Stampa". Das Mädchen wird inzwischen von Seelsorgern betreut und befindet sich in ärztlicher Behandlung, heißt es. Die Ermittlungen dauern noch an. Ob die aufgebrachte Menge mit einem Verfahren rechnen muss, bleibt noch unklar.

Politiker: Reaktion der Betroffenen "inakzeptabel"

Der italienische Abgeordnete und Ex-Vizepräsident der Region Bologna, Andrea De Maria, sprach der Familie des Mädchens sein Mitgefühl aus, warnte aber vor Selbstjustiz. "Wer ein minderjähriges Mädchen vergewaltigt, hat kein Recht auf mildernde Umstände und muss für sein Verbrechen bezahlen", so De Maria zu "La Stampa", "aber die Reaktion der Betroffenen sei inakzeptabel und besorgniserregend." Der italienische Staat verfüge über Institutionen, die Gerechtigkeit walten lassen, so der Politiker. (mor)