Was dahinter stecken kann

Ist Schluckauf wirklich immer harmlos?

Ist Schluckauf wirklich immer harmlos? Was dahinter stecken kann
Ist Schluckauf wirklich immer harmlos? Was dahinter stecken kann
© iStockphoto, iStock, Nicoleta Ionescu

22. September 2021 - 20:13 Uhr

Wenn das Hicksen nicht aufhört...

Luft anhalten, Wasser trinken oder erschrecken lassen – jeder hat seine eigenen Tricks, um einen Schluckauf wieder loszuwerden. Aber was ist der Grund für das lästige Hicksen, und was hilft dagegen?

Das passiert im Körper bei einem Schluckauf

Der kleine Hicks – jeder kennt ihn und findet ihn mal witzig, mal unangenehm. Schon Babys im Mutterleib haben Schluckauf, oft häufiger als Erwachsene.

"Der häufigste Auslöser ist eine Magenüberdehnung, hervorgerufen durch das Trinken kohlensäurehaltiger Getränke, verschlucken von Luft wie beim Kaugummikauen oder beim Rauchen", erklärt Prof. Frank Kolligs, der Chefarzt des Helios Klinikums Berlin-Buch. Der Körper vollzieht dabei folgende Prozesse: Der Atemmuskel, also das Zwerchfell und die Muskeln zwischen den Rippen, zieht sich plötzlich zusammen. Nur 35 Millisekunden später verschließt sich die Stimmritze im Kehlkopf und es entsteht der hicksende Laut.

Doch Schluckauf ist nicht gleich Schluckauf. Manchmal dauert er länger an, erklärt Prof. Frank Kolligs: "Es gibt sehr langandauernden Schluckauf. Davon sprechen wir, wenn er über 48 Stunden anhält. Dann muss man natürlich überprüfen, ob eine organische Erkrankung dem zugrunde liegt." Sodbrennen, Magengeschwüre, aber auch Nierenversagen oder sogar Hirntumore können dahinter stecken.

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Darauf kommt es an im Kampf gegen Schluckauf

Ist der Schluckauf hingegen harmlos, können kleine Tricks helfen. Die einen schwören aufs Luftanhalten, die anderen aufs Wassertrinken, andere strecken die Zunge raus und hecheln. Aber ist das wirklich hilfreich?

Entscheidend ist, dass derjenige, der den Schluckauf hat, abgelenkt wird. So können sich die Atmung und das Zwerchfell beruhigen. Aber es gibt kein Patentrezept. Jeder muss für sich selbst herausfinden, was ihm am besten hilft.

Wissenschaftliche Studien zu dem Thema gibt es bisher nicht. Es bleibt also nichts anderes übrig als abzuwarten, bis der Schluckauf von alleine vergeht.