Amerikanerin macht unglaubliches Selbstexperiment

Frau hat 15 Jahre lang Schluckauf - bis Ärzte DAS herausfinden

Nicole Allard litt über 15 Jahre an dauerhaftem Schluckauf.
Nicole Allard litt über 15 Jahre an dauerhaftem Schluckauf.
© Jam Press

17. September 2021 - 15:17 Uhr

Ein Schluckauf, der nie endet

Der Schluckauf gehörte jahrelang fest zu Nicole Allards Alltag. Lange litt die 37-Jährige aus Alaska darunter, denn das nervige Phänomen bestimmte regelrecht ihren Alltag. Was im ersten Moment lustig klingt, wurde für Nicole nach und nach immer mehr zum Alptraum. Bis sie nach 15 Jahren endlich die Ursache für ihren Schluckauf rausfindet.

In der Schule gehänselt

Dass sie anders als alle anderen war, das musste auch Nicole im Alter von 15 Jahren schmerzlich feststellen. In der Schule wurde sie für ihren Schluckauf gehänselt und "verstopftes Schwein" genannt, da ihre Anfälle unkontrolliert kamen und sie die unangenehmen Geräusche des Schluckaufs nicht vermeiden konnte. Oft ging es ihr deshalb schlecht, immer wieder verfluchte sie den in Fachkreisen auch genannten Singultus, also Schluckauf, der durch unwillkürliche Kontraktionen des Zwerchfells und der Atemhilfsmuskulatur entsteht.

Nur im Schlaf hatte sie Ruhe

Der Schluckauf kam und ging, plagte die Amerikanerin jahrelang. Nur nachts im Schlaf hatte sie Ruhe vor ihm. Auch verschiedene Ärzte konnten ihr nicht weiterhelfen, sagten ihr es läge am Stress. Doch die junge Frau, die in der Forschung arbeitet, lässt sich nicht unterkriegen und nimmt die Suche nach der Ursache 2011 schließlich selbst in die Hand. Denn zu diesem Zeitpunkt geschieht etwas Ungewöhnliches: Nicoles Schluckauf ist plötzlich für längere Zeit verschwunden. Die Beschwerden kommen erst wieder, als Nicole ein Hähnchen Sandwich isst. Nicole vermutet deshalb, dass ihr Schluckauf mit ihrer Ernährung zusammenhängen könnte.

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Das Selbstexperiment

Tabletten
Die junge Frau erstellt selbst Tabletten aus Lebensmitteln, um die Ursache für ihren Schluckauf herauszufinden.
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Die 37-Jährige findet heraus, dass es in ihrer Familie einige Lebensmittelunverträglichkeiten gibt. Und da sie schließlich in der Forschung arbeitet, wagt sie ein Selbstexperiment. Sie verarbeitet einzelne Lebensmittel zu Pulver, die sie in Tablettenkapseln füllt. Eine Kollegon hilft ihr dabei, die unterschiedlichen Kapseln in Kategorien zu ordnen. Das Experiment beginnt: "Ich habe jeden Tag eine Pille einer Kategorie genommen und das für zwei Wochen oder bis der Schluckauf einsetzte. Wenn das geschehen ist, habe ich aufgehört die Pillen zu nehmen und gewartet, bis der Schluckauf wieder weg war. Dann habe ich mit der nächsten Pillen-Kategorie begonnen. Das Ganze hat tatsächlich drei Jahre gedauert, aber am Ende hatte ich ganz klar Schwarz auf Weiß dokumentiert, welche Lebensmittel ich vertrage und welche den Schluckauf verursachen. Es war einfach großartig", berichtet sie gegenüber "Jam Press".

"Endlich habe ich die Kontrolle über meinen Körper wieder"

Nicole Allard beim kochen
Heute hat Nicole ihre Ernährung komplett umgestellt und lebt seitdem endlich beschwerdefrei.
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Daraufhin verbannt Nicole sechs Lebensmittel aus ihrem Speiseplan: Paprikas, Weizen, Kuhmilch, Bohnen, Mais und Erdnüsse. Und siehe da: zum ersten Mal in fast 20 Jahren ist Nicole komplett beschwerdefrei und ohne Schluckauf. Zwar bekommt sie noch immer ab und an einen Schluckauf-Anfall, aber diese sind selten und meistens auch nur dann, wenn sie eines der "verbotenen" Lebensmittel isst. "Ich fühle mich heute so viel besser und stärker, weil ich einfach die Kontrolle über meinen Körper zurück habe", berichtet sie.

Nicole möchte anderen Schluckauf Patienten Mut machen, nicht aufzugeben und sich nicht von Ärzten abwimmeln zu lassen: "Es gibt so wenige Daten und Studien zu diesem Thema. Ich glaube das liegt daran, dass es zwar eine Krankheit ist, aber nicht als eine wahrgenommen wird. Dass es bei mir an der Ernährung lag, muss nicht bei jedem anderen die Ursache für den Schluckauf sein. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns mehr über die Beschwerden austauschen, ich möchte Menschen mit Schluckauf deshalb zusammen bringen, damit es einen Austausch gibt und man sich so vielleicht gegenseitig helfen kann." (kse)