Abzockmasche in Uniform

So schleuste sich Tamer Bakiner bei den falschen Polizisten ein

Ermittler Tamer Bakiner schleuste sich in die kriminelle Gruppe ein und fand heraus, wie sie die Menschen austricksten.
© TVNOW /Dreh-WG/Jana Bernhardt

20. Januar 2020 - 11:30 Uhr

Ermittler schleuste sich in kriminelle Gruppe ein

Sie geben sich als Polizisten aus. Doch statt Menschen zu helfen, belügen sie ihre Opfer und stehlen ihr Geld. Die Organisation der kriminellen Gruppen wird oft über Call-Center abgewickelt. Der verdeckte Ermittler Tamer Bakiner schaffte es, sich in eines dieser Center einzuschleusen. Im Interview mit RTL erklärte der 48-Jährige, wie er dabei vorging.

Taner Bakiner wollte an die Hintermänner rankommen

Es ist ein bekanntes Problem in Deutschland: Kriminelle geben sich als falsche Polizisten aus und stehlen ihren Opfern dann im Namen der Gerechtigkeit Geld und Wertsachen. Davor warnen richtige Beamte immer wieder in ihren Informations-Broschüren. Doch wenn der falsche Polizist an der Haustür eines Opfers geschnappt wird, dann hat man meistens nur einen kleinen Fisch an der Angel. Die wahre Bedrohung sind die Strippenzieher im Hintergrund. Um genau die zu stellen, wurde Ermittler Tamer Bakiner Teil einer kriminellen Gruppe und kam so an die Hintermänner ran. 

"Ich wollte versuchen, ob ich da reinkommen - in diese Gruppe von Call-Center-Betrügern", so der Detektiv. Nach zwei bis drei Monaten habe es dann geklappt. "Ich musste mir erst einmal eine Figur ausdenken, wie ich das Vertrauen von diesen Tätern gewinnen kann, mit den gleichen Waffen spielen und sie schlagen können", erzählte er.

"Die Geschichte muss wasserdicht sein"

Zuerst sei Tamer in ein "normales" Call-Center gegangen und habe sich ausbilden lassen. "Als ich dann so weit war, habe ich einige Call-Center in der Türkei besucht", erklärte Tamer Bakiner. Er habe den Mitarbeitern vor Ort erzählt, er sei ein Call-Center-Mitarbeiter aus Deutschland und habe eine kriminelle Vergangenheit. Wegen mehrerer Straftaten sei er abgehauen, habe keine Papiere und bräuchte viel Geld. "Diese Informationen habe ich in verschiedenen Call-Centern verstreut."

"Irgendwann bekam ich dann den Anruf, dass es so ein Call-Center gibt, das genau so einen Telefon-Verkäufer wie mich braucht, wo man viel Geld verdienen kann", so Bakiner. Man habe ihm erzählt, dass er pro Anruf 20.000 bis 40.000 Lira verdienen könne. Das sind umgerechnet zwischen 3.000 und 6.000 Euro. "Die haben mir meine Geschichte abgekauft. Das ist wichtig. Die Geschichte muss wasserdicht sein."

RTL-Sondersendung und Podcast: "Vorsicht – Falsche Polizisten!"

Die Hintermänner hielten Taner Bakiner tatsächlich für einen Straftäter. Das habe ihm ermöglicht, in das kriminelle Geschäft einzusteigen. So habe er dann auch schnell von einem Opfer erfahren, das die Betrüger im Visier hatten.

In der RTL-Sondersendung "Vorsicht – Falsche Polizisten!" zeigen wir in einer Undercover-Reportage, wie skrupellos Trickbetrüger arbeiten. Die Sendung läuft am Montag, 20.1., um 20.15 Uhr bei RTL. Moderator der Live-Sendung ist Steffen Hallaschka.

Im Podcast-Interview erzählt Tamer Bakiner von seiner aktuellen Reportage für RTL. Außerdem spricht er über seinen Werdegang, seinen Kindheitstraum Detektiv zu werden und auch über die Belastungen und Entbehrungen, die dieser hochgefährliche Job mit sich bringt.

Hotline-Nummer für Opfer

Zuschauer, die bereits Opfer von falschen Polizisten geworden sind oder verdächtige Anrufe erhalten haben, können sich live unter der kostenfreien Hotline-Nummer 0800-2008008 melden.

Schicken Sie eine Mail an falschepolizisten@rtl.de und erzählen Sie uns, wenn Sie selbst Opfer einer Betrugsmasche wurden.

Unsere Social-Media-Kanäle werden die Live-Sendung umfangreich begleiten (#falschepolizisten). Auf RTL.de läuft während der gesamten Sendung ein Liveticker mit Fakten, kurzen Videos und weiteren Fragen der Zuschauer.