Rekordspieler holt zum Rundumschlag aus

Im RTL-Interview: Lothar Matthäus zerlegt das DFB-Team

"Ziele alle verfehlt" - Matthäus zerpflückt DFB-Bosse Seit 5 Jahren kein Erfolg
02:33 min
Seit 5 Jahren kein Erfolg
"Ziele alle verfehlt" - Matthäus zerpflückt DFB-Bosse

30 weitere Videos

Lothar Matthäus ist sauer. Sauer auf das DFB-Team und das blamable WM-Vorrunden- Aus in Katar. Die Mängelliste des deutschen Rokordnationalspielers ist lang. Er zählt nicht nur die DFB-Spitze, sondern auch Bundestrainer Hansi Flick sowie den Kapitän und Vize-Kapitän an.

Matthäus: "Immer das Ziel verfehlt"

Die Tabelle lügt nicht. Das ist eine alte Fußball-Wahrheit, die immer zieht. Genauso die Bilanz des deutschen DFB-Teams in den vergangenen Jahren, die Lothar Matthäus im RTL/ntv-Interview aufzählt: Schlappen bei den Nations-League-Turnieren, EM-Achtelfinal-K.o. und zwei Mal Vorrunden-Blamage bei einer WM. Das ist die bittere DFB-Bilanz seit 2018. Die Realität.

Lese-Tipp: Ex-Nationalspieler fordert Flick-Rauswurf

„Es gibt keinen sportlichen Erfolg in den vergangenen fünf Jahren“, betont der 61-Jährige. Nun sei die DFB-Spitze gefordert. Der Verband müsse mal Ruhe in den Laden reinbringen. „Auf der Tribüne sind sie alle lustig und machen auch mit Gianni Infantino Bilder, den sie davor hart attackiert haben und lächeln in die Kamera. Das ist auch ein Ding, dass die Spieler wahrnehmen. Die Spieler sollen ein Zeichen setzen, aber die Vorgesetzten machen die Fotos mit denjenigen, die sie in den deutschen Medien kritisiert haben.“

Video: Lothar Matthäus im Interview

Matthäus: Geilheit und Begeisterung fehlt Klare Worte vom Weltmeister
02:25 min
Klare Worte vom Weltmeister
Matthäus: Geilheit und Begeisterung fehlt

30 weitere Videos

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Wo ist die Emotionalität?

Matthäus vermisst im deutschen Spiel vor allem die Mentalität, das Emotionale. Auch von Führungsspielern wie Kapitän Manuel Neuer oder Vize Thomas Müller.

Lese-Tipp: Warum Japans-"Verschwörungstor" regulär war

Das Positionsgeschacher um Joshua Kimmich oder Niklas Süle seien weitere Ablenkungen für die Profis gewesen. Intern gebe es viele Fragen, die selbst die Spieler nicht beantworten können. „Es entsteht eine gewisse Unsicherheit“, die man dann auf dem Platz sehen könne, so Matthäus.

Zu viel Friede, Freude, Eierkuchen

Ihm habe generell die „Geilheit“ und „Begeisterung“ im Team gefehlt. „Vielleicht gab es zu wenig Reibungspunkte, zu wenig Spaß.“ Dieses „Feuer, diesen Spaß mitzubringen, das haben der Flick-Elf andere Mannschaften voraus.“

Der Bundestrainer ist damit durchaus mitgemeint, sagt Matthäus, dem DFB-Coach gehe im Vergleich zu einem Trainer-Haudegen wie dem Niederländer Louis van Gaal die Emotionalität ab. „Beim DFB ist zu viel Friede, Freude Eierkuchen auf bayrisch gesagt.“

Die Diskussionen rund um die Themen abseits des Sports seien ein Faktor gewesen, glaubt Matthäus. „Sie stören und sie sind auch störend. Die Stimmung in Deutschland war nicht positiv. Das sieht man hier im Land ganz anders. Wenn man die argentinischen und mexikanischen Fans sieht. Die sind froh, hier zu sein, ihr Team zu unterstützen.“ (msc/svw)