Tierärztin gibt Notfall-Tipps für Besitzer

Beim Gassigehen an Riesenbärenklau geschnüffelt: Hundekopf schwillt aufs Doppelte an

09. August 2021 - 15:12 Uhr

Im Video: So geht es dem armen Hector heute

Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude genannt, hat ein neues Opfer gefunden: Cocker Spaniel Hector. Die tückische Pflanze ließ den Kopf des Hundes auf das Doppelte seiner normalen Größe anschwellen – eine echte Gesundheitsgefahr für das Tier! Da die Herkulesstaude aktuell überall in Deutschland wuchert, sollten Hundebesitzer beim Gassigehen besonders vorsichtig sein. Tierärztin Dr. Tanja Pollmüller erklärt, wie Sie handeln sollten, wenn ihr Tier mit der Giftpflanze in Berührung kommt.

Wie es Hector nach dem folgenschweren Kontakt mit dem Riesenbärenklau erging, das zeigen wir im Video.

Frauchen merkte während des Spaziergangs, dass etwas nicht stimmt

Hundehalterin Emma Ferrier aus Prestonpans in Schottland will mit dem Foto ihres Hundes Hector auf die giftige Pflanze und deren Auswirkungen aufmerksam machen. Denn: Vor allem neugierige Vierbeiner können schnell in Kontakt mit der Herkulesstaude kommen. Laut dem "East Lothian Courier" ereignete sich der folgenschwere Spaziergang am Montag. Der süße Cocker Spaniel schnüffelte sich vermutlich nichtsahnend durchs Gras, als er mit der giftigen Pflanze in Berührung gekommen sein muss. Kurze Zeit später ging es dem Vierbeiner zunehmend schlechter und sein Gesicht schwoll immer weiter an. Der zweijährige Hund erlitt einen anaphylaktischen Schock und musste von einem örtlichen Tierarzt anschließend ganze fünf Stunden behandelt werden. Dort hing er sogar an einem Tropf.

Auch wenn es schwer ist, die genaue Ursache auszumachen, ist das 24-jährige Frauchen Emma sich sicher: Es muss der Riesenbärenklau sein, der diese Reaktion bei Hector ausgelöst hat. Sie hofft, dass sie mit ihrer Geschichte auf die fiese Pflanze aufmerksam machen kann, sodass nicht noch andere Vierbeiner denselben Qualen ausgesetzt sind.

Hund hat Riesenbärenklau berührt? Tierärztin: Handeln Sie sofort!

"Wenn Tierbesitzer bei ihren Hunden Schwellungen feststellen, fällt ihnen das oft schwer zu erkennen, warum", erklärt uns die Tierärztin Dr. Tanja Pollmüller – auch bekannt als Doc Polly. Oft sei für sie nicht ersichtlich, ob es sich um einen Insektenstich oder eine Reaktion auf eine Pflanze handeln könnte. "Deswegen ist es immer besser, zum Tierarzt zu gehen - denn Schwellungen können irgendwann auch lebensgefährlich werden!"

Sollten Sie mitbekommen haben, dass ihr Hund in Kontakt mit Riesenbärenklau gekommen ist, ist schnelles Handeln wichtig! "Auf jeden Fall den Hund sofort waschen, um die Haut vom Gift zu befreien", rät Doc Polly. Im nächsten Schritt sollten Sie den Hund vor Sonneneinstrahlung schützen, um die phototoxische Reaktion der Haut zu verhindern.

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Vorsicht vor dem Riesenbärenklau

Aber auch Menschen sollten die Gefahren der Herkulesstaude nicht unterschätzen. Wenn man dem Riesenbärenklau nämlich zu nahe kommt, kann die Pflanze auch bei uns Verbrennungen, Kreislaufprobleme, Fieber und Schweißausbrüche auslösen. Das Tückische: Der sogenannte Doldenblütler verbreitet sich rasant und wächst vor allem an Straßen-, Bach- und Flussrändern, verdrängt sogar einheimische Arten. Eigentlich stammt die giftige Pflanze, die an sich schön anzusehen ist, aus dem Kaukasus.

Die Berührungen mit dem Riesenbärenklau sind folgenschwer, bei heißen Temperaturen genügt aber schon die pure Nähe, weswegen vor allem Kinder, aber auch Erwachsene und Tiere so gut geschützt werden sollten. (vdü/dhe)

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