Diese Giftpflanze wuchert überall in Deutschland

Frau geht an Riesenbärenklau vorbei - und erleidet schwerste Verbrennungen

05. August 2021 - 9:06 Uhr

Riesenbärenklau bringt Frau ins Krankenhaus

Er sieht so unscheinbar aus, kann aber heftigste Verbrennungen an unserer Haut verursachen: Der Riesenbärenklau. Das tückische: schon das Vorbeigehen reicht aus. So ist es einer Frau aus NRW ergangen. Die 28-Jährige musste sogar ins Krankenhaus.

"Es fühlt sich an, als würde man verbrennen!"

Frau im Grünen
Sabine macht künftig einen weiten Bogen um die giftige Pflanze.
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Sabine erfuhr schmerzhaft, wie gefährlich die Pflanze mit den weißen Blüten ist. Die sogenannte "Herkulesstaude" kann schon bei minimalem Kontakt zu schweren Verbrennungen führen. Und aktuell ist Blütezeit. Vier Meter hoch kann der Riesenbärenklau werden. "Die Schmerzen waren kaum auszuhalten. Es hat sich angefühlt, als würde man verbrennen", sagt die gelernte Floristin, die die Erfahrung mit dem Anfassen einer heißen Herdplatte vergleicht. Dass sie deswegen im Krankenhaus landet, hätte sie aber nicht erwartet. Ihr war außerdem nicht bewusst, dass das Vorbeigehen schon ausreicht, um von dem Gift der Pflanze erreicht zu werden. "Weil ich sogar Blasen im Mund hatte, habe ich Blut gespuckt", beschreibt Sabine die Folgen des Kontakts. Durch den Vorfall ist sie von Narben gezeichnet.

Auch bei Teenager Alex Lynas aus England hat Bärenklau für schwere Verbrennungen gesorgt. Jetzt darf er vorerst keine kurzen Hosen und T-Shirts mehr tragen.

Bärenklau Verbrennungen
Narben erinnern Sabine an den folgenschweren Spaziergang.
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Bärenklau Verbrennungen an Hand
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Das kann bei Kontakt mit dem Riesenbärenklau passieren

Der Riesenbärenklau ist eine hübsche Pflanze, die es aber leider in sich hat: Sie ist hochgiftig. Wenn man mit der Pflanze in Kontakt kommt, kann es zu folgenden Auswirkungen kommen:

  • Rötungen der Haut
  • Juckreiz
  • Entzündungen der Haut
  • Blasenbildung
  • Verbrennungen (in Verbindung mit UV-Licht)
  • Fieber
  • Bronchitis und Atemnot
  • Kreislaufprobleme

Besonders heimtückisch ist, dass schon die pure Nähe zu der Pflanze schlimme Folgen haben kann: Wenn es richtig heiß ist, genügt es, sich nahe des Riesenbärenklaus aufzuhalten, um sich Verbrennungen und Atemnot zuzuziehen. Vor allem Kinder sollte man vor der Herkulesstaude schützen.

Woran kann man die Herkulesstade erkennen?

Riesen-Baerenklau (Heracleum mantegazzianum, Syn.: Heracleum giganteum), auch Herkulesstaude oder Herkuleskraut, Bayern, Deutschland | Verwendung weltweit
Sieht schön aus, kann aber unschöne Verbrennungen verursachen.
© picture alliance / Arco Images, M. Kühn

Er wächst häufig in nährstoffreichen, feuchten Gebieten wie Flüssen oder an Wegesrändern, kann aber auch in Gärten vorkommen. Optisch lässt sich die Herkulesstaude vor allem an seiner Größe identifizieren: Das staudenähnliche Gewächs kann bis zu vier Meter hoch werden. Die Blüten sind weiß bis rosa gefärbt und können einen Durchmesser von bis zu 50 Zentimetern erreichen.

Riesenbärenklau berührt? Das sollten Sie jetzt tun!

Sollten Sie oder Ihr Kind in Berührung mit der Herkulesstaude gekommen sein, sollten Sie folgendermaßen reagieren:

  1. Haut sofort vor Sonnenlicht schützen
  2. Betroffene Stellen mit Wasser abwaschen
  3. Wenn trotzdem Hautreaktionen auftreten, suchen Sie einen Arzt auf

Auch Ihre Haustiere können bei Berührung Verletzungen davon tragen! Wer einen Riesen-Bärenklau in seinem Garten hat und ihn entfernen möchte, sollte dies zu einer Zeit vornehmen, in der keine Sonneneinstrahlung mehr vorherrscht. Außerdem ist es notwendig, eine Schutzbrille- und Kleidung zu tragen.

Lese-Tipp: Giftige Gefahr – diese Pflanzen sollten Sie Ihren Kindern zu Liebe nicht im Garten haben.

So werden Sie die Giftpflanze los

Haben Sie den Riesenbärenklau im Garten, sollten Sie in jedem Fall versuchen, ihn loszuwerden. Doch das ist gar nicht so einfach, denn bekämpfen kann man die giftige Pflanze nur in Schutzkleidung. Vor der Blüte, die von Juli bis September andauert, müssen die Dolden abgeschlagen werden. Das Fällen der Staude nutzt nichts, da sie nachwächst. Man muss - um sich des Bärenklaus dauerhaft zu entledigen - die Pflanze mit ihren Wurzeln ausgraben.

Giftfrei sind die Stängel übrigens erst, wenn sie vollständig abgestorben sind und nur noch das weiße Zellskelett steht. Wenn Sie sich nicht sicher sind, beauftragen Sie besser einen Profi mit der Entfernung. Die Erlebnisse von Sabine sollten Warnung genug sein. Sie hat daraus gelernt und wird künftig wachsam sein und einen großen Bogen um Riesenbärenklau machen. (mol)