Wegen verhängnisvoller Vergangenheit

Bruno winselte und fraß nicht mehr: Herrenloser Hund auf Wohnungssuche

Bruno schläft gerne auf seiner Kuscheldecke. Wer den Rüden aufnehmen möchte: Ansprechpartner für Interessenten zusätzlich zum Hundehaus 1 (089 / 921 000 26) ist Herr Reichinger Tel.: 0177 / 7 555 444
© Tierschutzverein München e.V., privat

21. Oktober 2020 - 9:25 Uhr

Hund Bruno hält es weder in seinem Zuhause noch im Tierheim aus

Passanten entdeckten Bruno, als er Ende März dieses Jahres freilaufend durch die Straßen streunte. Sie riefen die Polizei und die Beamten brachten den ausgebüxten Hund ins Heim, erzählt Kristina Berchtold vom Tierheim München im Gespräch mit RTL. Warum der knapp drei Jahre alte Dogo-Canario-Mischling weggelaufen ist, wurde klar, als man einen Kontakt zu seinen Besitzern herstellen wollte: Die hätten ihren Hund nicht mehr haben wollen und auf ein Schreiben des Tierheims nicht reagiert, so die Sprecherin. Vielleicht sollte es so sein – denn Bruno habe bei seinen Besitzern Gewalt an sich und Familienmitgliedern erlebt.

"Er ist richtig depressiv geworden"

Rüde Bruno schläft
Bruno schläft gerne auf seiner Kuscheldecke. Wer den Rüden aufnehmen möchte: Ansprechpartner für Interessenten zusätzlich zum Hundehaus 1 (089 / 921 000 26) ist Herr Reichinger Tel.: 0177 / 7 555 444
© Tierschutzverein München e.V., privat

"Die meisten Hunde brauchen ein paar Tage, bis sie sich akklimatisieren", so Berchtold. Ein Leben im Zwinger würden die Tiere nicht kennen, das löse Stress aus. Während sich die meisten Hunde dann aber mit ihrer neuen Umgebung arrangierten, sei es bei Bruno immer schlimmer geworden. "Er ist richtig depressiv geworden", erzählt Berchtold. "Bruno winselte und verweigerte mehrere Tage lang, zu fressen". Er kam in eine Tierklinik. Dann sei klar gewesen: So könne es nicht weitergehen.

Bruno wartet auf seinen Umzug

Eine Mitarbeiterin des Tierheims hat den jungen Bruno Ende September bei sich zu Hause aufgenommen, um ihn zu pflegen, erzählt Tierheim-Sprecherin Kristina Berchtold. Dafür habe sie sogar ihren eigenen Rüde zu Freunden ausgelagert. Denn Bruno sei im Kontakt mit anderen Rüden teilweise sehr dominant, so die Sprecherin. Doch das Zuhause bei der Tierheim-Mitarbeiterin ist kein Dauerzustand. Die Tierpfleger suchten dringend eine liebevolle Adoptiv-Familie für Bruno und hatten am 28. September dieses Jahres bereits einen Not-Aufruf per Facebook gestartet.

Sympathischer Eigenbrötler mit besonderen Fähigkeiten

Ja, Bruno ist ein bisschen eigenbrötlerisch, erzählt Kristina Berchtold vom Tierheim München; aber auch genauso liebenswert und kuschelbedürftig. Außerdem würde er trotz seiner schwierigen Vergangenheit seine Aufregung und Freude gegenüber seinen Bezugspersonen offen zeigen. In seinem vorübergehenden Zuhause bei der Tierheim-Mitarbeiterin seien sogar ungeahnte Talente zum Vorschein gekommen. Neulich habe Bruno einfach kurzerhand die Badezimmertür nach außen hin geöffnet und die Pflegerin beim Baden überrascht. Bruno ist halt eben auch mitteilungsbedürftig, wenn er nicht gerade seine Kuscheldecke durch die Wohnung zieht.

Wer dem sympathischen Rüden ein neues Zuhause schenken möchte, kann sich an Ansprechpartner Claus Reichinger vom Tierheim München wenden: 0177 / 7 555 444