Was wird der Wiederaufbau kosten?

Hochwasser-Schäden: Experte rechnet mit 10 Milliarden-Euro-Bedarf

Dernau/Eifel: Die Flutkatastrophe hat hier und in allen anderen Hochwassergebieten immense Schäden verursacht.
Dernau/Eifel: Die Flutkatastrophe hat hier und in allen anderen Hochwassergebieten immense Schäden verursacht.
© imago images/Eibner, Augst / Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de, www.imago-images.de

30. Juli 2021 - 8:36 Uhr

Ausmaß der Zerstörung noch immer nicht greifbar

Das Ausmaß der Zerstörung in den Hochwassergebieten ist auch zwei Wochen nach der Katastrophe kaum greifbar, kaum vorstellbar. Neben all der wichtigen Akuthilfe, dem Blick auf das menschlichen Leid in den Hochwassergebieten, stellt sich inzwischen auch die Frage: Was wird der Wiederaufbau kosten? Ein Hochwasser-Experte rechnet mit einem Bedarf von 10 Milliarden Euro.

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„Es könnte gut sein, dass die Schäden höher ausfallen als 2002 und 2013“

Der Ökonom Reimund Schwarze forscht über die Hochwasserkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte. Er rechnet mit Kosten von etwa 10 Milliarden Euro für die Steuerzahler, berichtet "tagesschau.de." "Es könnte gut sein, dass die Schäden höher ausfallen als 2002 und 2013", sagt der Forscher des Leipziger Helmholtz-Instituts. Schwarze hat für seine Untersuchungen hochauflösende Luftaufnahmen ausgewertet, um die Schäden an Wohngebäuden, der Infrastruktur und im Gewerbebereich abzuschätzen.

Allein der Bereich der Infrastruktur benötigt immense Investitionen für den Wiederaufbau: Gleise sind unterspült, Bahnhöfe geflutet, die Straßen unpassierbar. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen rechnet derzeit mit einem Schaden von mindestens 1,5 Milliarden Euro. Doch das seien nur Schätzungen, die noch lückenhaft seien. Allein 1,3 Milliarden Euro dieser Summe würden auf die Deutsche Bahn entfallen.

Auch die deutschen Versicherer haben schon einen Schätzwert erhoben: "Wir rechnen momentan mit versicherten Schäden von vier bis fünf Milliarden Euro", sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen. Die Schäden in Bayern und Sachsen seien dabei noch nicht eingerechnet. Die Kosten dürften noch über den 4,65 Milliarden Euro liegen, die das Hochwasser an Elbe und Oder im August 2002 - zu heutigen Preisen - verursacht hat. Das Tief "Bernd" wäre damit die teuerste Naturkatastrophe in Deutschland in diesem Jahrtausend. (eku)

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