Studien wollen Wirkung beweisen

Hilft Vitamin D gegen Corona?

Vitamin D darf nicht überdosiert werden.
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19. Juni 2020 - 16:28 Uhr

Mehrere Studien glauben an das Corona-Wundermittel

Forscher aus Dublin und Indonesien sind sich sicher: Vitamin D kann die Sterblichkeitsrate von Corona-Patienten deutlich beeinflussen. Die indonesischen Forscher haben eine Fallstudie mit mehr als 380 Corona-Patienten aus Spanien, Italien und der Schweiz durchgeführt. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass der Vitamin-D-Spiegel den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung beeinflussen kann und das ein Mangel ein wichtiger Faktor des Sterberisikos ist. Aber kann das stimmen? Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht hat die Antwort.

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Vitamin D ist wichtig für die Immunabwehr

"Vitamin D kann mit den Sonnenstrahlen aufgenommen werden und wird in der Haut produziert. Das Hormon ist wichtig für unsere Immunabwehr.", so Dr. Specht. Laut der Studie soll aber in den untersuchten Ländern ein Vitamin-D-Mangel gerade bei älteren Menschen in der Bevölkerung herrschen. Und von denen sind 99 Prozent an Corona verstorben. Nur vier Prozent der Verstorbenen weisen einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel auf. "Nun könnte der Laie daraus schlussfolgern, dass Vitamin D zur Bekämpfung von Corona essentiell ist. Dies lässt sich aber so nicht halten", widerspricht Dr. Specht den Meinungen der Forscher.

Viel hilft nicht viel

"Wenn man einen starken Mangel an Vitamin D hat, dann ist das natürlich nicht gut für unser Abwehrsystem. Das ist aber keine neue Erkenntnis", so Dr. Specht. "Vitamin-D-Mangel haben ältere Menschen meistens sowieso, da sie seltener rauskommen und evtl. bettlägerig sind. Das hat nicht unbedingt etwas mit Corona zu tun." Generell rät Dr. Specht auch von einer übermäßigen Zufuhr von Vitamin D ab, da das Hormon schnell überdosiert werden kann. "Viel hilft viel, ist hier falsch! Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin. Bei einem Überschuss scheidet der Körper das Vitamin nicht aus sondern speichert es im Fettgewebe."

Gesunde Lebensweise kann helfen

Insgesamt gesehen hält Allgemeinmediziner Dr. Specht die Studienergebnisse also für zu schwammig. Generell kann aber eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und ein gesundes Körpergewicht dafür sorgen, dass man ein gutes Immunsystem hat. "Aber auch dann, kann man sich natürlich mit dem Corona-Virus infizieren. Man kann nur hoffen, dass der Verlauf vielleicht leichter ist.", so Dr. Specht.

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