Verschluckt? DAS kann gefährlich werden!Wie ihr mit dem Heimlich-Griff Leben rettet

Panik in den Augen, die Hände am Hals, keine Luft!
Wer so nach Atem ringt, hat nur wenige Minuten. Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 1000 Menschen, weil sie sich an Essen oder kleinen Gegenständen verschlucken. Mit einer einfachen Technik könnt ihr Menschen vor dem Ersticken bewahren. Hier erfahrt ihr, wann und wie ihr den Heimlich-Griff richtig anwendet.

Erste Hilfe leisten: So funktioniert das Heimlich-Manöver

Jemand droht zu ersticken? Wenn eine weitere Person im Raum ist, sollte diese Person dem Betroffenen, der sich verschluckt hat, als Erstes auf den Rücken klopfen.

Falls das nicht wirkt, kommt der Heimlich-Griff ins Spiel:

  • Stellt euch hinter den Betroffenen und umfasst den Oberbauch der Person mit beiden Armen.

  • Lehnt den Oberkörper der Person leicht nach vorne (so kann der Fremdkörper leichter herausfallen).

  • Macht eine Faust unterhalb der Rippen und des Brustbeins. Mit der anderen Hand die Faust umfassen.

  • Nun Druck aufbauen, für einen ruckartigen Stoß, indem ihr die Faust kräftig gerade nach hinten zum eigenen Körper zieht.

  • Bei Bedarf den Griff bis zu fünfmal wiederholen, bis der Fremdkörper die Atemwege verlassen hat.

Warum der Heimlich-Griff trotz Risiken Leben rettet

Wichtig ist, entschlossen zu handeln und ausreichend Kraft anzuwenden. Ungewollte Verletzungen sind beim Heimlich-Griff allerdings möglich. Dennoch: „Manchmal gibt es die Entscheidung nur zwischen Pest und Cholera. Wenn jemand wirklich zu ersticken droht, dann ist das Ergebnis tot, wenn man nichts macht”, so Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht. Eine gebrochene Rippe sei zwar ärgerlich. „Aber derjenige wird sich trotzdem für den Einsatz bedanken, weil er nämlich dadurch überleben kann.” Wenn man Nutzen und Risiko abwägt, ist der Griff die einzig richtige Entscheidung.

Achtung: Bei Säuglingen unter zwölf Monaten ist der Heimlich-Griff nicht geeignet. In solchen Fällen hilft eine andere Erste-Hilfe-Methode bei Babys nach Verschlucken. Ist der Erstickende bereits bewusstlos, sollte das Heimlich-Manöver ebenfalls nicht durchgeführt werden. In diesem Fall sollte mit der Herzdruckmassage begonnen werden.

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Im Notfall: Heimlich-Griff an sich selbst anwenden

Aber was, wenn gerade niemand anders da ist und einem helfen kann? Dann sollte man versuchen, den Fremdkörper mit dem Solo-Heimlich-Manöver aus den Atemwegen zu bekommen. Das funktioniert wie folgt:

  • Einen Stuhl mit der Rückenlehne zu sich hinstellen.

  • Über die Stuhllehne beugen auf der Höhe, wo das Brustbein gerade aufhört und die Rippen anfangen.

  • Mit den Händen auf der Stuhlfläche abstützen und ruckartig Druck auf die Lehne ausüben.

(dpa/abl/vdü)