10. Februar 2019 - 15:55 Uhr

Immer wieder Unfälle durch Senioren hinterm Steuer

Weil im Alter die Reaktionsfähigkeit abnimmt, kommt es durch Senioren hinterm Steuer immer wieder zu schweren Unfällen. Sie können Situationen und Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen und häufig nicht mehr schnell genug reagieren. Mit der Entscheidung, gar nicht mehr Auto zu fahren, hadern viele Senioren dennoch sehr. Queen Elizabeths Ehemann Prinz Philip hat sich nun dazu entschlossen, nachdem er Anfang des Jahres in einen Autounfall verwickelt war. Der 97-Jährige hat seinen Führerschein abgegeben.

Eine erste Einschätzung, ob man als Senior noch fahrtüchtig ist, lässt sich anhand einer Checkliste treffen.

Ein heikles Thema für viele Senioren

Vielen Senioren fällt es schwer, die Unabhängigkeit rund um das eigene Auto aufzugeben. Daher sind sie oft nicht ehrlich, wenn Familie oder Freunde nach schwindender Reaktionsfähigkeit oder Unsicherheit im Straßenverkehr fragen.

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), ist vor allem skeptisch, ob Senioren offen für Kritik sind: "Wir glauben nicht, dass sich die Mehrheit der Senioren an diesem Thema freiwillig beteiligt", schätzt Experte Brockmann ein. "Und schon gar nicht die, die wir am meisten meinen."

Denn viele Senioren wollen nicht einsehen, dass ihr Können hinter dem Steuer nachlässt. Diese Einschätzung sorgt immer wieder für schwere Unfälle. Insbesondere, wenn Senioren auf unbekannten Strecken oder in stressigen Situationen fahren.

Checkliste für Senioren: Bin ich noch fahrtauglich?

Wenn die Antwort auf mehrere dieser Punkte "nein" lautet, sollten Senioren ihre Fahrtüchtigkeit überdenken und ihr Fahren einschränken oder ganz aufgeben.

- Fahren Menschen aus meinem Umfeld ungerne mit mir?

- Hupen mich andere Autofahrer häufig wegen meines Fahrverhaltens an?

- Habe ich in jüngerer Vergangenheit Unfälle verursacht?

Ganz wichtig: Fehler eingestehen

Eine Fahrstunde mit einem Fahrlehrer kann helfen, sich eine professionelle und objektive Meinung zu den eigenen Fahrkünsten einzuholen. Für Senioren ist es wichtig, auf das eigene Umfeld zu hören und – so schwer es fällt – die Bedenken ernst zu nehmen.

Siegfried Brockmann setzt sich für verpflichtende Rückmeldefahrten für Fahrer über 75 Jahren ein. Dabei sollen Experten Senioren ehrliches Feedback geben. Ob und wann eine solche Regelung kommen könnte, steht nicht fest.

Quelle: DPA/ RTL.de