Verteidigung siegt

Urteil im Paketbomber-Prozess: Angeklagter ist freigesprochen

Landgericht Heidelberg.
Landgericht Heidelberg.
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19. November 2021 - 11:22 Uhr

Verteidigung des Rentners siegt

Das Landgericht Heidelberg hat im Prozess um explosive Postsendungen an Lebensmittelfirmen einen Rentner freigesprochen. Der Angeklagte beteuerte von Prozessbeginn an seine Unschuld. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg plädierte auf eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren für den Angeklagten. Die beiden Verteidiger forderten Freispruch für ihren 67-jährigen Mandanten.

Das war passiert

Die Anklagebehörde hielt den Rentner für schuldig, eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt sowie gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung begangen zu haben. Mittels selbstgebauter Sprengsätze hätte der Elektriker Geld von den Firmen erzwingen wollen. Lediglich für den weiteren Anklagepunkt des vorsätzlich unerlaubten Besitzes von Munition schlugen sie eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen vor. Die Nebenklage stellte keinen Antrag. Der Angeklagte hatte stets seine Unschuld beteuert.

Die Serie explosiver Postsendungen hatte am 16. Februar begonnen, als ein Mitarbeiter des Getränkeherstellers ADM Wild in Eppelheim im Rhein-Neckar-Kreis durch eine Verpuffung verletzt wurde, als er ein Paket annahm. Einen Tag später explodierte ein Brief beim Öffnen in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm im Kreis Heilbronn. Drei Menschen wurden verletzt. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft. (dpa/lgr)